Dokumentationen / Über den Tag hinaus

Ausarbeitung von Wilfried Stockhaus zum Thema Zwangsarbeit

Wilfried Stockhaus, Dortmund, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Hoesch-Museums und stellv. Vorsitzender im Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Intern. Rombergparkkomitee, hat jetzt, im September 2025, die nachstehende Ausarbeitung zur Zwangsarbeit verfasst. Gerne veröffentlichen wir seinen Bericht an dieser Stelle. 

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Unser Freund Ulli Sander fand ein Dokument aus dem Jahr 1959, das sich mit Kriegsendphasenverbrechen in unserer Gegend befasst. Wir veröffentlichen nachfolgend einen Auszug daraus (PDF):

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Bitte beachten Sie den folgenden Artikel von Ulli Sander – In Dortmund-Eving wird jetzt mahnend an die Rolle Emil Kirdorfs als Hitler-Förderer erinnert (PDF):

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„Das Leben eines Menschen ist eine ganze Welt!“ – Besuch von Alwin Meyer in Dortmund

Der Förderverein unterstützte ideell die Vortragsreihe von Alwin Meyer in Dortmund und Lünen. Der Vorsitzende unseres Fördervereins, Georg Deventer, begleitete ihn an den Schulen. Alwin Meyer, renommierter Autor und langjähriger Forscher im Bereich der Überlebensgeschichten von Kindern in Auschwitz, besuchte vom 12. bis 15. Mai 2025 in einer von der Europaschule Dortmund geplanten Vortragsreihe sieben verschiedene Dortmunder Schulen. Mit bewegenden Worten, berührender Authentizität sowie eindrücklichen Geschichten hat Alwin Meyer dabei an das Schicksal von Kindern in Auschwitz erinnert. Unter dem Titel „Vergesst uns nicht!“ schilderte Meyer die Lebensgeschichten von Menschen, die er seit den 1970er-Jahren dokumentiert, begleitet und bis heute weitererzählt.  

Im Fokus seiner Erzählungen standen dabei die Geschichten von Menschen, die im Kindesalter den Schrecken von Auschwitz ausgesetzt waren. Mit viel Empathie und Ausdauer hat Meyer in vielen Jahrzehnten das Vertrauen der Überlebenden gewonnen und Lebensberichte gesammelt, die sonst womöglich für immer verloren gewesen wären. „Als ich mit 21 Jahren erstmals in Auschwitz war, habe ich mich unglaublich geschämt für das, was meine Vorfahren den Menschen angetan haben“, sagte Meyer. „Und ich wollte wissen, was mit den Kindern geschehen ist. Wer waren sie? Was ist aus ihnen geworden?“ Seine Schilderungen gehen unter die Haut: Geschichten von verlorener Kindheit, von Traumata und von der Kraft, weiterzuleben. Dabei geht es nicht nur um das Grauen der Vergangenheit, sondern auch um die Verantwortung der Gegenwart. Immer wieder betont Meyer, wie wichtig es sei, die Erinnerung wachzuhalten – gerade in einer Zeit, in der antisemitische Tendenzen in Europa wieder zunehmen.

Die Schülerinnen und Schüler reagierten betroffen, nachdenklich und dankbar zugleich. Auch im Anschluss an die Vorträge konsultierten ihn viele Heranwachsende, um persönliche Fragen zu stellen. Auch Lehrkräfte zeigten sich beeindruckt. „Alwin Meyer gelingt es, Geschichte greifbar zu machen – nicht nur mit Zahlen, sondern mit Gesichtern und Stimmen, die einen nicht loslassen und im Gedächtnis bleiben“, so eine Lehrkraft.

Die Vortragsreihe wurde in Zusammenarbeit mit dem Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. organisiert und von der Geschwister-Gödde-Stiftung finanziert. Ziel ist es, junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren und ihnen eine persönliche Begegnung mit der Geschichte zu ermöglichen. Zum Abschluss appellierte der 74-jährige Autor an das Publikum: „Hört zu, stellt Fragen, erinnert euch – damit so etwas nie wieder geschieht. Denn das Leben eines Menschen ist eine ganze Welt. Wenn wir vergessen, stirbt auch die Erinnerung – und damit ein Stück Menschlichkeit.“ Seine Worte hallen nach – nicht nur in den Klassenzimmern, sondern auch in den Herzen der Zuhörenden (Fotos und Text: Webseite der Europaschule Dortmund, Autor: Stefan Schneider).

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Todesurteil für zwölf Rundfunkverbrecher – Gedenktafel in Bielefeld enthüllt

Unser Fördervereinsmitglied Ulli Sander stellte uns zwei Texte zur Verfügung, die wir nachfolgend veröffentlichen:

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Rede Ulli Sander zum Antikriegstag 2024

Anlässlich des Antikriegstages 2024 hielt Ulli Sander, Mitglied unseres Fördervereins, folgende Ansprache am 02. September 2024 in Herne:

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Pressemitteilung der Polizei Dortmund vom 4.7.2024

Zum Thema „Fackelmärsche“ finden Sie hier eine Pressemitteilung der Polizei Dortmund. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat in einem aktuellen Urteil der Polizei den Rücken gestärkt:

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TV-Dokumentation „Lebenslinien“ in der ARD-Mediathek „Dr. Eva Umlauf – Die Gefühlserbin“

Die sehr sehenswerte Dokumentation ist bis zum 16.01.2027 in der ARD-Mediathek verfügbar. Frau Dr. Umlauf hat Auschwitz überlebt und war im Januar 2024 im Rahmen des Holocaust-Gedenktages für mehrere Tage in Dortmund, u.a. für Zeitzeugengespräche an Schulen und bei der zentralen Gedenkveranstaltung am 25.01.2024 im Reinoldisaal.

https://www.ardmediathek.de/video/lebenslinien/ich-habe-auschwitz-ueberlebt/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzAwODZhOGMzLTBjNGMtNDYwNC1iMjBhLTU1OTkzYWEyZTk2ZQ

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Mahn- und Gedenkstätte Steinwache wird für 17,3 Millionen Euro ausgebaut und modernisiert

Die Nordstadtblogger berichteten am 17. Dezember 2023 über den Ratsbeschluss zum Ausbau der Steinwache:

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Gedenkort auf dem Hauptfriedhof für 89 Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“ wieder entdeckt und neu errichtet

Schwer erkennbar, zugewachsen und vernachlässigt – ein Grabfeld auf dem Dortmunder Haupfriedhof wurde im September 2023 neu errichtet. Wie die „Nordstadtblogger“ am 24.09.23 berichteten, hat die Friedhofsverwaltung mit dem Ausbildungsbetrieb  für Garten-und Landschaftsbau den Gedenkort neu gestaltet. Die Bezirksvertretung Brackel hatte 3.000 € zur Verfügung gestellt. Jetzt gibt es eine freie Sicht auf den Gedenkort des Gräberfeldes 141 b.

Hier sind die sterblichen Überreste von 89 Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie“ beigesetzt, die in Konzentrationslagern ermordet wurden: viele Opfer allein in der hessischen Tötungsanstalt Hademar, wo von 1941 bis 1945 etwa 15.000 psychisch Erkrankte und Menschen mit Behinderungen dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer fielen.

Im  „Antifaschistischen Stadtführer“ der VVN und des Rombergparkkomitees von 1984 bzw. 1987 ging man noch von 89 namenlosen Opfern aus: „Hingerichtete in Konzentrationslagern, deren Körper durch Angehörige von der Anatomie Münster abgekauft worden seien“, um dann hier auf dem Dortmunder Hauptfriedhof beigesetzt werden zu können.

Auf der Suche nach diesem Gedenkstein richteten wir an Bürgermeister Norbert Schilff Ostern 2021 die Bitte, uns dabei zu unterstützen.

Durch die Recherchearbeiten der Friedhofsverwaltung kennt man heute die Namen der Opfer, die auf dem jetzigen Gräberfeld 141 b auf einer Erinnerungsstele aufgelistet sind. Auch der alte Gedenkstein ist nun wieder in freier Sicht. Die Aufwertung der Grabanlage ist wichtig, um diese Verbrechen der Nationalsozialisten stets ins Bewusstsein zu rücken.

Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Intern. Rombergparkkomitee e.V. bedankt sich bei allen Beteiligten der Friedhofsverwaltung und bei den Auszubildenden für Garten-und Landschaftsbau sowie bei der Bezirksvertretung Brackel für die Übernahme der Kosten.

Vielleicht ist dieses Gräberfeld ein Ort, anlässlich der Befreiung der Tötungsanstalt Hademar am 26.03.1945 durch die Amerikaner hier jährlich am 26.März ein öffentliches Gedenken und Mahnen durchzuführen (Text und Bilder: Georg Deventer, November 2023)

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Artikel zum Thema Zwangsarbeit während der NS-Diktatur im Raum Dortmund

Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel zum Thema Zwangsarbeit während der NS-Diktatur, insbesondere in Industriebetrieben im Dortmunder Raum. Autor: Wilfried Stockhaus, Dortmund, Mitglied im Vorstand des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache-IRPK und ehrenamtlicher Mitarbeiter im Hoesch-Museum,  
Oktober 2023

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Rede von Prof. Dr. Norman Paech (85), Völkerrechtler aus Hamburg

Die Rede von Prof. Paech von der Antikriegstagveranstaltung des Arbeitskreises „Blumen für Stukenbrock“ am 02.09.2023 auf dem „Sowjetischen Soldatenfriedhof“ in Schloß Holte-Stukenbrock finden Sie nachfolgend zum Download (PDF):

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Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

Im September 2022 führte die Auslandsgesellschaft in Kooperation mit dem SPD Unterbezirk Dortmund eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakau durch. Auch 10 Mitglieder des Fördervereins besuchten erstmals Auschwitz. Die Reiseleitung hatte Georg Deventer, Vorsitzender des Fördervereins. Dieser Bericht wurde von Ernst Söder erstellt, die Fotos stammen von Margret Deventer, Arnold Pankratow, Ralf Brinkhoff und Leopold Achilles von den „Nordstadtbloggern“.

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„Was damals Recht war“ – Opfer der Militärjustiz in Dortmund

Nachfolgend stellen wir die Dokumentation dieser Ausstellung aus dem Jahr 2009 als PDF zum Download zur Verfügung (zuletzt aktualisiert im August 2023)

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Günter Bennhardt zum 90. Geburtstag

Zum 90. Geburtstag von Günter Bennhardt im Mai 2022 möchten wir auf nachfolgende Würdigung aufmerksam machen:

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Einweihung des Mahnmals am Phoenix-See durch OB Sierau am 10. August 2020

Wir möchten an dieser Stelle auf unseren Bericht zur Einweihung des Mahnmals am Phoenix-See hinweisen, die am 10. August 2020 stattgefunden hat:

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Die Schienen und die Ausbeuter kamen aus Dortmund

Neue Recherchen

Ein Gewerkschaftskollege, VVN- und Fördervereinsmitglied für die Steinwache, Georg Marschefski, Sohn von Gisa Marschefski, sandte uns Fotos, die er vor längerer Zeit in Auschwitz machte und deren Bedeutung er lange nicht kannte. Er veröffentlichte sie anläßlich des 27. Januar, des Tags der Auschwitzbefreiung, der in Dortmund mit einer Kunstaktion „Spuren der Schuhe“ vor der Reinoldikirche begangen wurde. Die Aktion des Bündnisses Dortmund gegen Rechts wurde auch vom Förderverein Steinwache/IRPK und der VVN-BdA mit veranstaltet.

Zu den Bildern schrieb Georg Marschefski: Er war mit einer Reisegruppe der Eisenbahnergewerkschaft in Auschwitz. Er fotografierte die Schienen schrieb darüber: „Und wie das so ist, wenn Eisenbahner Gleise sehen, schaut man sich die genauer an. Dabei haben wir den Schriftzug Hoesch auf den Schienen gelesen.“ Die Schienen von Auschwitz sind wohl die am meisten fotografierten der Welt – aber wohl niemand bückte sich bisher, um den Hersteller zu erfahren: Der Stahlkonzern in Dortmund, Hoesch. Er gehört heute zu Thyssen/Krupp. Der Konzernherr von Hoesch war Fritz Springorum jr., der mit Albert Vögler am Aufkommen des Faschismus arbeitete und am Profitieren an der Kriegsvorbereitung verdiente. Auch zu den Stahlkonzernbossen Dortmunds konnten an diesem 27. Januar neue Informationen aus dem Stadtarchiv entgegen genommen werden.

Das Erinnern an den 27. Januar 1945, dem Tag der Auschwitzbefreiung, wurde somit mit dem 27. Januar 1932 verbunden. Dazu gehört Neues aus der realen persönlichen Geschichte des Dortmunders Albert Vögler (Vereinigte Stahlwerke): Dieser führende Dortmunder Industrielle hat sich schon Jahre vor 1933 und speziell am 27. Januar 1932, am Tag nach dem Treffen im Industrieclub Düsseldorf, mit Hitler getroffen – andere Industrielle waren dabei und zahlten mit an die Nazis. Vögler hat – und das war eine neue Erkenntnis – mit Privatvermögen in Firmen investiert, die in Auschwitz-Birkenau die Sklavenarbeiter geschunden und in den Tod getrieben haben. Die Ursache von 1932 und Wirkung ab 1933 wurden also vor der Reinoldikirche in Beziehung zueinander gesetzt. Antifaschisten haben 1946 in Dortmund dafür gesorgt, dass die Albert-Vögler-Straße in Karl-Marx-Straße umbenannt wurde. Vögler-Verehrer aus der Wirtschaft haben dann vorübergehend ihr Gebäude am Alten Markt in Westf. Industrieklub/ Albert-Vögler-Haus umbenannt. Auch dieser Name am Gebäude ist inzwischen verschwunden.   Text: Ulrich Sander, Mai 2022

Fotos: Georg Marschefski, Jochen Vogler