Nachruf Renate Büker

Renate Büker ist am 29. Januar 2023 im Alter von 82 Jahren plötzlich und unerwartet
verstorben. Noch kurz vor ihrem Tode hat sie anlässlich des Holocaust-Gedenktages am
27. Januar in Hombruch mit weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern an Stolpersteinen
der Opfer gedacht. Renate Büker war viele Jahre Mitglied des Fördervereins und auch
engagiert im Vorstand. Die überzeugte Sozialdemokratin und ehrenamtlich Aktive in der
AWO Kirchhörde/Kruckel/Löttringhausen und setzte sich unermüdlich für sozial Benachteiligte und Schwache in der Gesellschaft ein und engagierte sich tatkräftig im Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Intern. Rombergparkkomitee, gegen Faschismus, Rassismus und gegen das Vergessen. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren beiden Söhnen und ihren Enkelkindern. Der Förderverein wird Renate Büker in dankbarer Erinnerung behalten.

Gruppenfoto beim Gedenken in Hombruch an Stolpersteinen: Renate Büker 2.v.l.
mit Uli Steinmann, Sigrid Steinmann, Inge Albrecht-Winterhoff und Doris Borowski

Vortragsveranstaltungen im 1. Halbjahr 2023

Wir möchten Ihnen gerne interessante und besuchenswerte Vortragsveranstaltungen zur Kenntnis geben.

Quelle: Programmheft der Auslandsgesellschaft und Stadtarchiv

Alle Veranstaltungen: Eintritt frei  

Sonntag, 29. Januar 2023, um 17 Uhr im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, Hansastraße
Zum Holocaustgedenktag „Aber ich lebe“ – vier Kinder überleben den Holocaust
Buchvorstellung mit Barbara Yelin und mit Prof. Dr. Sascha Feuchert, Leiter der Arbeitsstelle Holocaust-Literatur Uni Gießen
Veranstalter: Museum MKK, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, VHS, Steinwache, Auslandsgesellschaft

Donnerstag, 16. Februar 2023, um 19 Uhr in der Steinwache
„Düstere Vorahnungen. Deutschlands Juden am Vorabend der Katastrophe (1933-1935)“
Vortrag : Prof. Dr. Julius Schoeps
Veranstalter: Steinwache und Auslandsgesellschaft

Donnerstag, 23. März 2023 um 19 Uhr in der Steinwache
„Die SA und die gewaltsame Durchsetzung nationalsozialistischer Herrschaft in den Jahren 1933-1934“
Vortrag: Prof. Dr. Daniel Siemens
Veranstalter: Steinwache und Auslandsgesellschaft

Donnerstag, 30. März 2023, um 19 Uhr in der Steinwache 
„Nicht verrecken“ – ein Film von Martin Gressmann
Immer weiterlaufen, um mit dem Leben davon zu kommen. Anfang 1945 werden überall dort, wo die Front in die Nähe der KZ kommt, Gefangene in Richtung Westen getrieben. In dem Film kommen die letzten, heute hochbetagten Zeitzeugen zu Wort. 
Veranstalter : Steinwache und Auslandsgesellschaft

Donnerstag, 20. April 2023, um 19 Uhr in der Steinwache
Vortrag von Regina Mentner über das Kriegsgefangenenlager STALAG VI D von 1939-1945 auf dem Gelände der Westfalenhalle 
Veranstalter: Steinwache und Auslandsgesellschaft

Donnerstag, 11. Mai 2023, um 19 Uhr in der Steinwache
„Wie ich den Weg zum Führer fand. Beitrittsmotive und Entlastungsstrategien von NSDAP-Mitgliedern“
Vortrag von Prof. Dr. Jürgen W. Falter. Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz
Veranstalter: Steinwache und Auslandsgesellschaft

Dienstag, 13. Juni 2023, um 19 Uhr in der Steinwache
Die „alten Kämpfer/innen“ der NSDAP
Vortrag von Dr. Katja Kosubek
Veranstalter: Steinwache und Auslandsgesellschaft

Jahresrückblick

Der maßgeblich durch Ernst Söder erstellte Jahresrückblick 2022 ist nun online als PDF in der Rubrik „Jahresrückblicke“ verfügbar.

Wir wünschen allen Freundinnen und Freunden ein friedliches Weihnachtsfest.

30 Jahre Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

Unseren Artikel über die Jubiläumsveranstaltung der Stadt Dortmund zu 30 Jahren Ausstellung „Widerstand und Verfolgung“ am 31.10.22 im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte sowie Auszüge aus der Rede von Bürgermeister Norbert Schilff finden Sie in nachfolgendem PDF:

Ergänzend dazu ein Artikel aus den RN vom 4.11.22 zum geplanten Umbau der Steinwache:

Nachruf Harald Hudy

Am 23. Oktober 2022 ist im Alter von 75 Jahren unser Mitglied Harald Hudy verstorben. Seit Gründung des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache war der führende Huckarder Kommunalpolitiker förderndes Mitglied, er war uns ein guter Freund und Ratgeber. Wir werden Harald Hudy in dankbarer Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Monika Grewe und der Familie.

Foto: Stephan Schuetze

Zum Tode von Andreas Roshol

Unser Weggefährte und langjähriges Vorstandsmitglied Andreas Roshol ist am 25. September 2022 nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren verstorben. 

Mit Andreas Roshol sind vielfältige Aktivitäten in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit des Jugendringes verbunden. In diesem Zusammenhang engagierte sich Andreas auch in unserem Förderverein und initiierte, dass Vertreter*innen der „Botschafter*innen der Erinnerung“ beratende Mitglieder im Vorstand wurden. Dieses herausragende, vorbildliche Projekt entwickelte sich im Anschluss an den „Zug der Erinnerung“, der erstmals 2008 auch in Dortmund Halt machte.

2011 wurden die ersten „Botschafter*innen der Erinnerung vom Oberbürgermeister ernannt. Mittlerweile sind etwa 400 jungen Menschen ernannt. Die „Botschafter*innen der Erinnerung“ setzen sich unter dem Motto „Zukunft braucht Erinnerung“ für Menschenrechte ein und gegen Rassismus, Ausgrenzung und gegen das Vergessen. Andreas Roshol war auch Ansprechpartner für die Verlegung von „Stolpersteinen“ in unserer Stadt. Mittlerweile sind in Dortmund etwa 350 Stolpersteine verlegt. 

Die genannten Aktivitäten zeigen, dass sein früher Tod eine große Lücke hinterläßt, die nur schwer wieder zu füllen ist. Für die vielen jungen Menschen in den Projekten der Erinnerungskultur und der politischen Bildung war er väterlicher Freund, Ideengeber und Mutmacher. Auch wir als Förderverein werden Andreas Roshol als engagierten Unterstützer und Förderer stets in dankbarer Erinnerung behalten. 

Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Annette Vollmer und der Familie. 

Eine Abschiedsfeier für Andreas findet statt am Freitag, dem 30.09.2022, um 15:00 Uhr in der Markus-Kirche, Gut-Heil-Str.12-14, in 44145 Dortmund. Die Urnenbeisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Hauptfriedhof statt. Die Familie bittet von Trauerkleidung Abstand zu nehmen. 

30 Jahre Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

Im Oktober 1992 wurde in Dortmund der Gefängnistrakt der Steinwache als Mahn- und Gedenkstätte mit der Dauerausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933 – 1945 “ eröffnet. Die Stadt Dortmund bzw. das Stadtarchiv als Träger der Einrichtung führen im Oktober d.J. drei Veranstaltungen durch: 
1.) am 25.10.22 von 14.30 Uhr – 18.30 Uhr in der Steinwache einen Workshop für Lehrer/innen und Multiplikatoren zu „neuen Bildungsformaten der Gedenkstätte Steinwache“. 
2.) am 27.10.22 um 19 Uhr im Dietrich-Keuning-Haus einen „Werkstattbericht“ zur „Neuen Steinwache“. 
3.) am 31.10.22 um 19 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte eine Podiumsdiskussion „…daß Auschwitz nicht noch einmal sei…“ Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der NS-Erinnerung. 

Näheres ist aus dem beigefügten Programm-Flyer zu entnehmen, den wir als Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Intern. Rombergpark-Komitee e.V. gern veröffentlichen. Wir bitten um Beachtung, dass gebeten wird, sich jeweils schriftlich per Mail unter stadtarchiv-dortmund@stadtdo.de anzumelden. (Deventer) 

Besuch am 3. September 2022 in Stukenbrock

Mitglieder des Fördervereins besuchten am 3. September 2022 Stukenbrock, um an dem Antikriegstag teilzunehmen. 65 000 sowjetische Kriegsgefangene wurden im Lager Stukenbrock von SS- und Wehrmachtsangehörigen gequält. Sie starben an Hunger, Kälte, Krankheiten, Folter, Totschlag, Erschießen. Zu ihren Ehren entstand ein Obelisk, an dem das Foto mit dem Referenten, Schauspieler und Gewerkschafter Rolf Becker, entstand.

 „Wo stehen wir, dieses Land, diese Gesellschaft, mehr als 75 Jahre nach der Befreiung durch die Rote Armee?“, so Rolf Becker. „Plötzlich gab es keine Nazis mehr, damals, 1945 – alle waren verschwunden. Uns aber hat Auschwitz nicht verlassen. Die Gesichter der Todgeweihten, die in die Gaskammern getrieben wurden, die Gerüche blieben, die Bilder, immer den Tod vor Augen, die Albträume in den Nächten.

Wir haben das große Schweigen nach 1945 erlebt, erlebt wie Nazi-Verbrecher davonkommen konnten – als Richter, Lehrer, Beamte im Staatsapparat und in der Regierung Adenauer. Wir lernten schnell: Die Nazis waren gar nicht weg. Die Menschen trauerten um Verlorenes: um geliebte Menschen, um geliebte Orte. Wer aber dachte über die Ursachen dieser Verluste nach, fragte, warum Häuser, Städte, ganze Landstriche verwüstet und zerstört waren, überall in Europa? Wen machten sie verantwortlich für Hunger und Not?

Dann brach die Eiszeit herein, der Kalte Krieg, der Antikommunismus. Es war ein langer Weg vom kollektiven Beschweigen bis zum Eichmann-Prozess in Jerusalem, über die Auschwitzprozesse in Frankfurt am Main zu den Studentenprotesten in den 1968er Jahren, hin zur Fernsehserie „Holocaust“ ab 1979. Nur zögerlich entwickelte sich das Bewusstsein, die Wahrnehmung des NS-Unrechts.

Aber auch die Rechten, die Alt- und Neonazis und Auschwitzleugner formierten sich. Sonntagsreden, die Betroffenheit zeigen, reichen deshalb nicht. Betroffenheit muss zum Handeln führen, es muss gestritten werden für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung, Verfolgung, Antisemitismus, Antiziganismus, ohne Ausländerhass. Nicht nur an Gedenktagen.

Auftrag angesichts der Gräber hier, den es zu konkretisieren gilt: Das Sterben derer, die hier liegen, erhält einen Sinn, wenn wir uns nicht beschränken auf Erklärungen und Transparente, sondern aufklären über Geschichte wie Gegenwart und uns dem Eingreifen bei ökonomischen und politischen Konflikten nicht verweigern. Die Gräber der Toten hier zu Fußstapfen der Freiheit machen – lasst uns den Auftrag annehmen“.

(Auszüge aus Beckers Ansprache)