Mit Stolz wird auf die große Vergangenheit zurück und voller Zuversicht nach vorn auf eine erfolgreiche Zukunft geblickt. In der Tat steht die Westfalenhalle für ein besonderes Stück Zeitgeschichte unserer Stadt. Bedauerlicherweise hat die umfassende Jubiläumsausgabe die Zeit des Stammlagers 1939 bis 1945 mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern ausgeklammert. Etwa 70.000 (!) Menschen waren in dieser Zeit ab 1939 in der Westfalenhalle und dann ab 1941 in umliegenden Barackenlagern interniert. Neben vorwiegend aus der Sowjetunion stammenden Kriegsgefangenen und zur Zwangsarbeit Deportieren waren auch viele aus Polen, Belgien, Frankreich, Jugoslawien und anfangs auch aus Italien im sog. Stalag VI D menschenunwürdig und menschenverachtend untergebracht. Viele von ihnen starben infolge von Willkürakten, Krankheit, Unterernährung und bei Bombenangriffen, denen sie schutzlos ausgeliefert waren. In der 100jährigen Geschichte der Westfalenhalle sind diese Jahre ihre unrühmlichste Vergangenheit, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Die Zukunft, auch die der Westfalenhalle, braucht Erinnerung. Da reicht ein Gedenkstein nicht aus. Und so hoffen wir, dass in oder an den heutigen Westfalenhallen ein besonderer Erinnerungsort geschaffen wir, der der Bedeutung des damaligen Stammlagers angemessen ist und in die Chronik der Westfalenhalle aufgenommen wird.
Georg Deventer
Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergparkkomitee e.V.

Baracken des Stalag (Foto: Förderverein)
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