Gedenkstunde des Arbeitskreises „Blumen für Stukenbrock“ am 5. September 2020

Am ersten Samstag im September findet in Stukenbrock auf dem Friedhof des ehemaligen Stalag VI K die alljährliche Gedenkstunde des Arbeitskreises Blumen für Stuckenbrock statt.

Das Stalag (Mannschaftsstammlager) VI K in der Senne wurde im Frühjahr 1941 errichtet. Ab dem Sommer 1941 wurden sowjetische Kriegsgefangene hier hergebracht. Damals bestand das Lager nur aus einer Stacheldrahtumzäunung. Tausende Kriegsgefangene kamen in den ersten Monaten um, weil es an Allem fehlte. Sie hatten keine Behausung, kein Baumaterial für Unterkünfte, kein Essen und keine medizinische Versorgung. Sie waren Repressionen ausgesetzt bis hin zu willkürlichen Erschießungen. Als der Bedarf an Arbeitskräfte im Deutschen Reich stieg, wurden die Kriegsgefangenen hier gesammelt, registriert und zum Arbeitseinsatz ins Ruhrgebiet und in den Westen Deutschlands auf die Zechen, in die Stahlwerke und in die Rüstungsindustrie gebraucht.

Der Arbeitskreis führt diese Gedenkstunde bereits seit 1967 durch und erinnert an die Leiden und das Sterben tausender Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion. In den Anfangsjahren erlebte dieses Gedenken viele Anfeindungen.
In diesem Jahr sprach Eugen Drewermann zu 250 Menschen, die trotz Corona-Beschränkungen gekommen war. Bereits in früheren Beiträgen hatte er über das Verbrechen der Wehrmacht an Millionen Rotarmisten, die in deutscher Kriegsgefangenschaft an Hunger und fehlender Versorgung zugrunde gingen, gesprochen. In seiner beeindruckenden Ansprache während der Gedenkstunde kritisierte er die aktuelle Politik der Bundesregierung, die nichts für eine friedliche Politik mit Russland tut. Er erinnerte, an die lange gemeinsame Geschichte und die reiche Kultur, die Deutsche und Russen verbindet, und forderte eine Politik des Friedens mit Russland. (Text: Hannelore Tölke)

Eine stattliche Anzahl von Vereinsmitgliedern haben am Samstag an der Gedenkveranstaltung in Stukenbrock teilgenommen. Professor Eugen Drewermann hat dort eine sehr emotionale und inhaltlich interessante Rede gehalten:

Georg Deventer im Gespräch mit Prof. Drewermann

Dmitriy Kostovarov und Georg Deventer bei der Kranzniederlegung

VertreterInnen des Fördervereins mit Prof. Drewermann (Die Masken wurden für das Bild abgenommen – Foto: Claus Stille)

Einladung zur Veranstaltung am Antikriegstag, 1. September 2020

Wir laden herzlich zu o.g. Veranstaltung ein – bitte entnehmen Sie alle Informationen dem nachfolgenden, aktualisierten Flyer (PDF):

Einladungsflyer_01September2020_aktualisiert

Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergparkkomitee e.V. ist seit Jahren Mitverantstalter des vom Deutschen Gewerkschaftsbund durchgeführten Antikriegstages.

Einweihung des Mahnmals am Phoenix-See durch OB Sierau am 10. August 2020

Mahnmal zur Zwangsarbeit am Phoenix-See eröffnet

Seit neuestem erinnert in Dortmund ein Mahnmal an die Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs hierher verschleppt wurden und Zwangsarbeit leisten mussten.

Zwangsarbeit in Dortmund

In Dortmund mussten fast 80.000 Männer und Frauen Zwangsarbeit verrichten. Sie schufteten in mehr als 300 Arbeitskommandos und waren meistens in umzäunten Lagern, die sich auf dem Werksgelände der Zeche, des Stahlwerks oder des Rüstungsbetriebs befanden, untergebracht. Auf den Dortmunder Zechen bestand die Belegschaft zu fast 40 % aus Menschen, die Zwangsarbeit leisten mussten. Der Dortmund Hörder Hüttenverein (DHHV) gab 1945 gegenüber den Alliierten an, dass ihm 13.000 Arbeitskarten von Zivilarbeiter*innen vorliegen. Wie viele Menschen tatsächlich dort Zwangsarbeit verrichten mussten ist bisher unbekannt. Berücksichtigt man die Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge, dürften es deutlich mehr als die genannten 13.000 gewesen sein.

Zivilarbeiter*innen, die Widerstand leisteten und sich den unerträglichen Arbeitsbedingungen widersetzten, wurden für eine begrenzte Dauer in Arbeitserziehungslagern, die „KZ der Gestapo“, inhaftiert. Lagerleiter und Wachmannschaften stellte in der Regel die Gestapo. Gegen Kriegsende gab es ca. 200 Arbeitserziehungslager. Auf dem Werksgelände am ehemaligen Emschertor/ Hermannstraße befand sich während des Zweiten Weltkrieges auf Wunsch der Konzernleitung auch ein solches Lager der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Zunächst waren dort Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion inhaftiert. Im März 1945 inhaftierte die Gestapo in diesem Lager jedoch unterschiedlicher Gruppen von Häftlingen, von denen viele von hier aus in den Rombergpark und Bittermark gebracht und dort kurz vor Kriegsende ermordet wurden.

Der lange Weg zur Erinnerung an die Zwangsarbeit in Dortmund

Trotz der großen Zahl von Menschen, die während des Kriegs zur Zwangsarbeit nach Dortmund verschleppt wurden, erinnerte auch viele Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nur sehr wenig an deren tragisches Schicksal. 2002 beantragte die VVN-BdA deshalb am ehemaligen Emschertor/Hermannstraße eine Gedenktafel anzubringen, um an das Lager und seine Insassen, aber auch an die Zivilarbeiter*innen und Kriegsgefangenen, die in ganz Dortmund Zwangsarbeit verrichten mussten, zu erinnern. Die VVN-BdA beklagte, dass diesem großen öffentlichen Verbrechen der Nationalsozialisten in Dortmund nicht in adäquater Weise gedacht werde. „Für die Stadt Dortmund, die derartig intensiv darin verwickelt ist, die aber zugleich der Verbrechen der Nationalsozialisten vielfältig gedenkt, ist es von besonderer Bedeutung, auch diesem Verbrechen im öffentlichen Raum würdig zu gedenken“.

Studierende des Fachbereichs Architektur an der Fachhochschule Dortmund lieferten 2014 Entwürfe für ein Mahnmal. Ausgewählt wurde eine 4 Meter hohe, begehbare, quaderförmige Skulptur aus Stahlblech, ein Entwurf von Pia Emde. Doch bis zur Umsetzung des Projekts sollte es noch Jahre dauern. Viel wurde über den Standort des Mahnmals diskutiert, bis schließlich der Rat der Stadt im Frühjahr 2019 den Beschluss fasste das Mahnmal auf der Kulturinsel im Phönix-See zu erreichten. Bei der Einweihung am 10. August 2020 war viel Prominenz aus der Stadtgesellschaft gekommen. Mit dem Mahnmal will die Stadtgesellschaft, nach den Worten des Oberbürgermeisters, ein Zeichen gegen Rassismus, Chauvinismus und rechtes Gedankengut setzen. Ein Transparent am Eingang der Veranstaltung zeigte die Namen der nach Riga verschleppten jüdischen Mitbürger*innnen aus Dortmund. Es ist richtig, dass an diesen Opfern erinnert wird und ihnen mit dem Transparent die Namen zurückgegeben werden. Erfreulich ist auch, dass mit dem Mahnmal am Phoenix-See ein Erinnerungsort für die vielen Zivilarbeiter*innen und Kriegsgefangenen, die nach Dortmund zur Zwangsarbeit verschleppt wurden, geschaffen wurde.

Weitere Erinnerungsorte in Dortmund schaffen

Diese Menschen haben während des 2. Weltkriegs mit den Dortmunder*innen gearbeitet. Das rassistische Programm der Nazis gab die Rechtfertigung für ihre rigorose Ausbeutung und Verfolgung. Viele sind an den unmenschlichen Lebensarbeits- und Arbeitsbedingungen gestorben oder ermordet worden, weil sie sich diesen Bedingungen widersetzt haben. Angesichts der großen Zahl von Zivilarbeiter*innen und Kriegsgefangenen aus ganz Europa konnte ihr Schicksal den Dortmunder*innen nicht verborgen bleiben. Bis heute gibt es in Dortmund zahlreiche Orte, die für das Leben und Leiden der Zivilarbeiter*innen und Kriegsgefangenen stehen und es wäre an der Zeit, denen die aufgrund der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen im Lager an der Westfalenhalle umgekommen sind und auf dem Internationalen Friedhof am Rennweg anonym begraben wurden, ebenfalls ihre Namen zurückzugeben. Seit langem ist ein Projekt dazu geplant, es muss nun endlich umgesetzt werden.

(Text: Hannelore Tölke)

Vertreter*innen des Fördervereins Steinwache / Internationales Rombergparkkomitee e.V. vor dem Mahnmal

Wir verweisen auch auf die Berichterstattung der Ruhr-Nachrichten vom 11. August 2020:

Blumen für Stukenbrock – Einladung zur Fahrt und Teilnahme an der Antikriegstagsveranstaltung am Samstag, 5. September 2020, in Stukenbrock-Sennestadt

Der Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ führt auch in diesem Jahr eine Veranstaltung, unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen, im Gedenken an die 65.000 (!) sowjetischen Kriegsgefangenen durch, die in Stukenbrock von den Nazis zu Tode gequält wurden.

Wie in den Vorjahren bieten wir eine gemeinsame Busfahrt am Samstag, dem 05. September, nach Stukenbrock-Senne an. Die Abfahrtszeit ab Steinwache wird wieder am Mittag sein, wobei die genaue Uhrzeit noch nicht feststeht, da wir ggfs. vor der Gedenkveranstaltung, die um 15 Uhr beginnt, die kleine Gedenkstätte auf dem Polizeigelände besuchen werden. Nach der Veranstaltung können wir wieder die Gaststätte „Föckelmühle“ aufsuchen, bei gutem Wetter im Außenbereich.

Vor der Gedenkveranstaltung, in der Prof. Dr. Eugen Drewermann sprechen wird, wird es k e i n Essens- und Getränkeangebot geben. Vom Förderverein werden wir wieder ein Gedenkgesteck am Ehrenmal niederlegen.

Auch 75 Jahre nach der Befreiung arbeitet der Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ weiter gegen das Vergessen. Es war richtig und notwendig, so in der Einladung des Arbeitskreises an unseren Förderverein, schon 1967 im Kalten Krieg als Mahner für Frieden und Verständigung an die Verbrechen von Stukenbrock zu erinnern. Das „Nie wieder Krieg und Faschismus“ von 1945 sollte als stete Mahnung an die Überlebenden und die kommenden Generationen verstanden werden.

Wir bitten nun um verbindliche Rückmeldung für die Teilnahme an der Busfahrt. Der Busbetrieb Küssner bietet uns einen geräumigen 32-iger Bus an. Die Sitze sind desinfiziert, Desinfektionsmittel stehen zur Verfügung. Mund- und Nasenschutz ist bei beiden Veranstaltungen verpflichtend. Die Rückmeldung bitte bis zum Ende der ersten August-Woche an Georg Deventer. Die Busfahrt findet nur statt, wenn sich mindestens 10 Teilnehmer/innen anmelden. Ein TN-Beitrag wird nicht erhoben. Sollte die TN-Zahl nicht zustandekommen, werden wir mit Privat-PKW in kleinen Fahrgemeinschaften teilnehmen.

Anmeldungen:

Georg Deventer

stellv. Vorsitzender

Förderverein Gedenkstätte Steinwache – IRPK e.V.

Bredowstr. 4a

44309 Dortmund

Tel. mobil 0172 – 271 48 63

Mail: gus.deventer@arcor.de

Führungen zur NS-Geschichte in Dortmund

Die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache startet am Sonntag, den 5. Juli, mit einem eingeschränkten Veranstaltungsangebot. Zunächst im Juli jeden Sonntag um 14:00 Uhr werden zwei öffentliche Veranstaltungen angeboten.

In der Gedenkstätte selbst werden freie Mitarbeiter*innen eine Einführung in die Geschichte des Hauses sowie die Dauerausstellung geben und anschließend als Ansprechpartner*innen zur Verfügung stehen. Eine klassische Führung durch Haus und Dauerausstellung ist derzeit aufgrund der geringen Raumgröße der ehemaligen Zellen noch nicht möglich.

Parallel beginnt im Hof der Steinwache eine öffentliche Führung, die unterschiedliche Orte im Innenstadtbereich aufsucht und deren NS-Geschichte vorstellt. Thematisiert werden dabei die „Machtergreifung“ in Dortmund, der blutige Terror der Nationalsozialisten 1933, Krieg, Holocaust und Zwangsarbeit.

Beide Formate dauern etwa 90 Minuten. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf zehn begrenzt. Es ist Mund-Nasen-Schutz zu tragen sowie die Abstandsregelung von 1,5 Metern einzuhalten. Zusätzlich werden Listen aller beteiligten Personen (Name, Adresse, Telefonnummer) zwecks möglicher Infektionsketten-Rückverfolgung angelegt. Die jeweilige Liste muss von allen teilnehmenden Personen vor Beginn der Führung ausgefüllt werden.

Die Personenzahl im Haus selbst ist auf insgesamt 20 begrenzt. Im Treppenhaus und auf den Gängen ist den Bodenmarkierungen zu folgen. Die Ausstellungsräume dürfen aufgrund ihrer geringen Größe nur von einer Person (Ausnahmen: Lebensgemeinschaft, notwendige Betreuung) betreten werden.

Veranstaltungsinformation:

Sonntag, 5. Juli 2020
14:00 Uhr
Sonntag, 12. Juli 2020
14:00 Uhr
Sonntag, 19. Juli 2020
14:00 Uhr
Sonntag, 26. Juli 2020
14:00 Uhr

Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
44147 Dortmund

Gegen das Vergessen – Mahn- und Gedenkveranstaltung am 22. Juni an der Westfalenhalle in Dortmund

Für viele Menschen ist die Westfalenhalle in Dortmund mit schönen Erinnerungen an bewegende Konzerte, an spannende Sportereignisse, an interessante politische Veranstaltungen und begegnungsreiche Messen verbunden. Wir sollten aber niemals vergessen, dass dieser Ort für viele Menschen eine ganz andere Bedeutung hatte. Er war ein Ort des Leides und der Not. Ein Ort wo „manche Brust ein Seufzer dehnet, will wir hier gefangen sind“, wie das Moorsoldatenlied sagt. Und mehr noch, für tausende Menschen war es ein Sterbeort. Im Dortmunder Stadtarchiv befindet sich das Totenbuch für sowjetische Kriegsgefangene mit mehr als 3000 Einträgen über Todesfälle aus dem Stalag VI D an der Westfalenhalle.

Von 1939 bis Anfang 1945 war an und in der Westfalenhalle ein großes Kriegsgefangenenlager. Mehr als 340.000 Menschen durchliefen das Lager, sie wurden zur Zwangsarbeit in Dortmunder Betrieben und im gesamten Umland, im Münsterland und im Sauerland, eingesetzt. Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen war besonders schwer.

Stalag VI D an der Westfalenhallen, die Gebäude des Lagers für sowjetische Kriegsgefangene sind rot eingezeichnet. Die heutigen der Gebäude auf dem Messegelände und die Westfalenhalle sind grau eingezeichnet

Als Nazideutschland am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfiel, war für die Naziführung und die Wehrmacht schon klar, dass es sich um einen Vernichtungskrieg handelte. Mit dem Barbarossoerlass wurde die Zivilbevölkerung zu Opfern dieses Vernichtungskriegs. Außerdem galt für die sowjetischen Kriegsgefangenen „der Kommunist ist kein Kamerad“. Die Wehrmacht rückte von Standpunkt des „soldatischen Kameradentums“ ab und setzte sich über Internationales Recht hinweg. Von 5 Mio. sowjetischen Kriegsgefangenen kamen 3 Mio. in deutscher Kriegsgefangenschaft um. Das ist eines der größten Kriegsverbrechen der Wehrmacht und Nazideutschlands.

Ein Schauplatz dieses Verbrechens war das heutige Messegelände rund um die Westfalenhalle, es geschah vor den Augen der Dortmunder*innen.

(Text und Fotos: Hannelore Tölke)

Doris Borowski bat mit folgender Ansprache um eine Gedenkminute:

Liebe Anwesende,
etwa 27 Millionen Menschen der Sowjetunion haben in dem, von Nazideutschland angezettelten Krieg ihr Leben verloren. Wenn ich Euch gleich bitte, ihrer in einer Schweigeminute zu gedenken – so ist das eine Minute für 27 Millionen!
Machen wir uns bewusst: Würde jedem sowjetischen Menschen mit einer! Minute gedacht – herrschte mehr als 51 Jahre! Schweigen.
In diesem Bewusstsein bitte ich jetzt um eine Minute des Schweigens.

„Gegen das Vergessen“ hatten der Förderverein Gedenkstätte Steinwache- Internationales Rombergpark Komitee e.V., die Botschafter*innen der Erinnerung und der Historische Verein Ar.kod.M zu einer Mahn- und Gedenkstunde am 22. Juni eingeladen.

An der ca. eine Stunde dauernden Veranstaltung nahmen ca. 50 Personen teil, darunter der Aufsichtsratsvorsitzende der Westfalenhallen GmbH, Friedhelm Sohn, und die NRW-Landtagsabgeordnete Anja Butschkau.

Norbert Schilff bei seiner Ansprache

Doris Borowski und Norbert Schilff

Einladung zur Erinnerung an den Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941

Erinnern und Gedenken

Montag, 22. Juni 2020, um 17:00 Uhr

Wir laden herzlich ein zum Treffen am Gedenkstein in Erinnerung an den Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Bitte beachten Sie die bekannten Abstands- und Hygieneregeln.

Der Gedenkstein befindet sich am Zugang zum Messezentrum an der Westfalenhalle, Eingang Nord (an der Fußgängerbrücke).

Wir erinnern an die vielen tausend Kriegsgefangenen aus Polen, Belgien, Frankreich, Serbien, an die italienischen Militärinternierten und die Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion, die im STALAG VI D, einem Lager für Kriegsgefangene während des 2. Weltkriegs an und in der Westfalenhalle, gefangen gehalten wurden. Besonders hart war das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen, viele starben infolge von Willkürakten, Krankheit, Unterernährung und bei Bombenangriffen, denen sie schutzlos ausgeliefert waren.

Programm der Gedenkstunde am 22. Juni 2020 an der Westfalenhalle:

Zu uns spricht der Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache/ Internationales Rombergpark-Komitee, Norbert Schilff.

Es gibt einen Beitrag der Botschafter*innen der Erinnerung.

Der Dortmunder Künstler Andreas Weißert trägt Texte vor.

Musikalisch begleiten David Orievski und Bernd Rosenberg die Gedenkstunde.

Außerdem wird mit einer Kranzniederlegung und einer Schweigeminute der 27 Millionen sowjetischen Bürgerinnen und Bürger gedacht werden, die in diesem Vernichtungskrieg ihr Leben verloren haben.

Erreichbarkeit: Auf dem Gelände vor der Westfalenhalle findet ab dem 25. Juni eine Kirmes statt. Das Kirmesgelände ist bereits mit Gittern abgesperrt. Über die Fußgängerbrücke Lindemannstraße ist der Gedenkort erreichbar.

GEGEN DAS VERGESSEN

Veranstalter:

Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergpark-Komitee e.V.

Ar.kod.M. e.V

Botschafter*innen der Erinnerung

Gedenkveranstaltung am 8. Mai 2020 an der Steinwache

Mitglieder des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergpark-Komitee e.V. – legten am Eingang zur Steinwache aus Anlass der Befreiung von Nazideutschland vor 75 Jahren ein Blumengebinde nieder. Außerdem wurde ein Plakat angebracht mit dem Text des „Schwurs von Buchenwald“.

An der Kranzniederlegung zum Tag der Befreiung von Nazideutschland vor 75 Jahren nahmen etwa 20 Personen teil, darunter Mitglieder unseres Fördervereins und weitere Gäste, darunter der neue Sonderbeauftragte des Oberbürgermeisters in der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, Manfred Kossack. Weiterhin der Präsident der Auslandsgesellschaft und einige Vertreter/innen der „Botschafter/innen der Erinnerung“ sowie die Landtagsabgeordnete Anja Butschkau.

Gemeinsam mit Norbert Schilff legte Georg Deventer im Innenhof der Steinwache ein Blumengesteck nieder mit der Aufschrift „Gegen das Vergessen“ und brachte dazu den „Schwur von Buchenwald“ vom 19. 04.1945 auf einem Plakat zur Erinnerung.

In einer kurzen Ansprache erinnerte er an das Kriegsende und wies darauf hin, welche besondere Verantwortung wir heute und morgen haben, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und rechtem Populismus in Wort und Tat entgegen zu treten. Der Förderverein habe in diesem Zusammenhang eine wichtige Aufgabe, gemeinsam mit vielen anderen gesellschaftlichen Akteuren in der Stadt, die Erinnerungskultur und Aufklärung über Ursachen und Folgen von Faschismus aktiv zu betreiben. Die kleine Zeremonie fand am Vortag der Wiedereröffnung der Gedenkstätte statt, nachdem wegen der Pandemie fast 2 Monate die Gedenkstätte geschlossen bleiben musste.

Georg Deventer drückte die Hoffnung aus, dass nun wieder viele Besucherinnen und Besucher die Gedenkstätte aufsuchen und hoffentlich bald auch wieder Jugendgruppen und Schulklassen. Diese seien eine wichtige Zielgrupppe, denn: „Zukunft braucht Erinnerung“.