Einladung zur Gedenkveranstaltung – Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma am 2. August 2021

Gerne teilen wir die Einladung des Bündnisses „Dortmund gegen Rechts“ zur Gedenkveranstaltung und Kunstaktion zum Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma.

Das Bündnis „Dortmund gegen Rechts“ erinnert am 2. August 2021 ab 17:00 Uhr am Gedenkstein an der Ecke Weißenburger Straße/ Gronaustraße mit einer Kunstaktion an den Holocaust an Sinti und Roma.

Mehr Informationen finden Sie in der Einladung hier (PDF-Download):

Digitale Vortragsreihe „Vernichtungskrieg – der deutsche Überfall auf die Sowjetunion“

Die Gedenkstätte Steinwache führt gemeinsam mit der Gedenkstätte Alte Synagoge Wuppertal in der Zeit vom 2. Juni bis zum 7. Juli 2021 die digitale Vortragsreihe „Vernichtungskrieg – der deutsche Überfall auf die Sowjetunion“ durch.

Weitere Informationen (PDF) dazu finden Sie unter https://www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/stadtarchiv/steinwache/index.html

Außerdem möchten wir auf das Buch „Vernichtungskrieg im Osten“ von Hannes Heer und Christian Streit hinweisen:

https://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/vernichtungskrieg-im-osten/

Christian Streit beschäftigt sich seit den 1970 mit diesem Thema. Sein Buch „Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941-1945“ gilt als Standardwerk zur Geschichte der sowjetischen Kriegsgefangenen.

Einladung zur Ausstellung „Vergiss deinen Namen nicht – Die Kinder von Auschwitz“

Der Förderverein zeigt vom 2. September bis 2. Oktober 2021 im Dietrich-Keuning-Haus die Ausstellung „Vergiss deinen Namen nicht – Die Kinder von Auschwitz“. Es werden auf fast 40 großformatigen Bild- und Schrifttafeln Lebensgeschichten von Kindern erzählt, die Auschwitz überlebt haben. Schulklassen und Jugendgruppen werden besonders angesprochen, die Ausstellung zu besuchen.

Die beiden Bücher zur Ausstellung können im Rahmen der Ausstellung zu einem Sonderpreis erworben werden und bei der Auslandsgesellschaft e.V., Steinstr. 48. in 44147 Dortmund im Büro von Matthias Mertes, Telefon: 0231-8380073 bzw. Mailadresse: mertes@auslandsgesellschaft.de nach Terminvereinbarung abgeholt werden.
„Vergiss deinen Namen nicht“ 27,20 €
„Mama, ich höre dich“ 12,60 €

Das Faltblatt (PDF) gibt alle notwendigen Informationen zur Ausstellung, zur Ausstellungseröffnung am 2. September und organisatorische Hinweise:

Gedenken am 8. Mai 2021 auf dem Friedensplatz

Der „Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergpark-Komitee e.V.“ und der „Arbeitskreis Dortmund gegen Rechtsextremismus“ – im Arbeitskreis sind 15 zivilgesellschaftliche Organisationen vertreten –  haben am heutigen Samstag eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegungen an der Friedenssäule durchgeführt. Vertreter/innen beider Organisationen mahnten und erinnerten in einer stillen Zeremonie an den Tag der Befreiung 1945. 

Gerade Dortmund hat in der Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft viel Leid erfahren, sei es an den Kriegsfronten, durch den Holocaust, durch Bombardierungen oder durch die Verfolgung und Ermordung von Widerstandskämpfern und Gegnern des Regimes.

So gehört es auch heute und für alle Zeit zur Erinnerungskultur in unserer Stadt, öffentlich zu erinnern, zu mahnen und über Ursachen und Folgen von Faschismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit aktiv aufzuklären. 

v.l.n.r.: Hannelore Tölke, Ute Cueceoglu, Sabine Fleiter, Jutta Reiter, Friedrich Stiller, Anja Butschkau, Ernst Söder, Georg Deventer, Jens Peick, Manfred Kossack, Doris Borowski (Fotos: Ralf Brinkhoff)

Ar.kod.M berichtet mit der Broschüre „Schatten der Vergangenheit“ über Recherchen in NRW

Der Historische Verein Ar.kod.M recherchiert seit vielen Jahren zum Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener und Zivilarbeiter*innen in Westfalen und im Rheinland. In der Broschüre „Schatten der Vergangenheit“ berichten die Autor*innen über ihre Arbeit und über ihre Erfahrungen in nordrhein-westfälischen Gemeinden. Durch umfangreiche Recherchen konnten eine sehr große Anzahl von Namen bisher namenloser sowjetischer Kriegsopfer ausfindig gemacht werden. Den Verstorbenen wurde so ihre Identität zurückgeben.

In diesem Jahr ist es 80 Jahre her, dass Nazideutschland die Sowjetunion überfiel und einen Vernichtungskrieg gegen sie führte. Dieser Vernichtungskrieg wurde nicht nur im Osten geführt, sondern er setzte sich im Deutschen Reich fort. Viele sowjetische Bürger*innen kamen ins Ruhrgebiet, nach Westfalen und ins Rheinland und mussten auf Zechen, in Stahlwerken und Rüstungsbetrieben Zwangsarbeit leisten. Die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen ebenso wie die rassistische Verfolgung gehörten zum menschenverachtenden Programm der Nazis. Viele sowjetische Bürger*innen, insbesondere sowjetische Kriegsgefangene, wurden ums Leben gebracht. Die einheimische Bevölkerung hat mit ihnen gelebt und gearbeitet, das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeiter*innen konnte nicht verborgen bleiben. In NRW gibt es kaum eine Gemeinde, auf deren Friedhöfen sich nicht auch Gräber von sowjetischen Bürger*innen befinden. Oft wurden die Menschen anonym begraben, vielfach gibt es bis heute keine persönliche Erinnerung an sie. Dem Wegsehen folgte so das Vergessen.

Die Autor*innen berichten über ihre Erfahrungen in nordrhein-westfälischen Gemeinden und über ihre Recherchen, sie zeigen zudem auf, dass in NRW jede Kommune nach eigenen Vorstellung mit den Gräbern verfährt und es bisher keine landesweite systematische Erfassung von Gräbern sowjetischer Kriegsopfer gibt.

Bestellung der Broschüre bei ar.kod.m.ev@gmx.de
Preis: 2,00 Euro
Ab 10 Exemplare 1,50 Euro
Ab 50 Exemplaren 1,00 Euro
Versand bei Bestellung von bis zu 10 Exemplaren + Porto gegen Rechnung
ansonsten Abholung nach vorheriger Vereinbarung eines Abholtermins telefonisch unter 0160 9910 9990 oder per Mail unter ar.kod.m.ev@gmx.de,
Abholung: Braunschweiger Str. 22, 44145 Dortmund

Karfreitag 2021

Seit 1954 finden jährlich in der Bittermark am Karfreitag Gedenkveranstaltungen statt, um an die fast 300 ermordeten Antifaschisten, Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter aus sieben Nationen zu erinnern, die zu Kriegsende hier und im Rombergpark ermordet wurden. Die Gedenkveranstaltungen an Karfreitag haben einen festen, ja zentralen Platz in der Erinnerungskultur in Dortmund.

Dazu gehört auch das Gedenken an die etwa 6.000 Opfer aus Russland, Polen und dem ehemaligen Jugoslawien, die auf dem Internationalen Friedhof ihre letzte Ruhestätte haben. Auf diesem Friedhof in Brackel ruht auch die Asche von gemordeten jüdischen Opfern des 9. November 1938 und der folgenden Schreckensjahre.

Seit über 60 Jahren treffen sich auch an jedem Karfreitag im Südpark in Lünen an einem Gedenkstein Menschen, um an die sechs ermordeten Lüner Widerstandskämpfer zu erinnern. Auch in Lippstadt wird jedes Jahr am Karsamstag den ermordeten Lippstädter Arbeitern und französischen Zwangsarbeitern gedacht, die nach Dortmund gebracht und dann im Rombergpark bzw. in der Bittermark ermordet wurden.

Aufgrund der Corona-Pandemie war die Durchführung von größeren öffentlichen Gedenkveranstaltungen nach 2020 auch in diesem Jahr 2021 nicht möglich.

Dennoch haben Mitglieder des Fördervereins im kleinen Kreis an den genannten Gedenkorten Blumen und Kränze niedergelegt und der vielen Opfer gedacht.

Es gilt, niemals zu vergessen, denn Zukunft braucht Erinnerung.

Die Fotostrecke unten zeigt Impressionen des Gedenkens.

Seit 2012 sind die „Botschafter/innen der Erinnerung“ aktiv in die Gestaltung des Karfreitagsgedenkens in der Bittermark eingebunden. Anstelle des öffentlichen Gedenkens aufgrund der Coronapandemie ist in diesem Jahr 2021 ein 20-minütiger Videofilm entstanden, der über den Link abgerufen werden kann. Das Jugendringprojekt „Botschafter/innen der Erinnerung“ ist mit drei Vertreter/innen im Vorstand des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache – IRPK e.V. vertreten.

http://www.weg-der-erinnerung.de/bm2021/

Internationaler Friedhof Brackel
Internationaler Friedhof Brackel
Mahnmal Bittermark
Am Mahnmal Bittermark mit Ralf Brinkhoff und Georg Deventer
Mahnmal Bittermark
Neu gepflanzte Korbinian-Bäume nähe Mahnmal
Aktion der Botschafter/innen der Erinnerung mit Namenstafeln der Opfer
Südpark Lünen mit Katrin Rieckermann und Nils Märtin
Südpark Lünen

Trauer um Gisa Marschefski

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir haben die traurige Pflicht, euch davon in Kenntnis zu setzen, dass unser Ehrenmitglied und frühere Generalsekretärin des Internationalen Rombergpark-Komitees heute Vormittag im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Gisa hat seit ihrer frühesten Jugend gegen Faschismus, Rassismus und Rechtspopulismus gekämpft.

Als Generalsekretärin des IRPK sah Gisa ihre wesentliche Aufgabe darin, die internationalen Kontakte zu den sieben Ländern, aus denen Opfer der Rombergpark- und Bittermarkmorde zu beklagen sind, aufrecht zu erhalten und zu intensivieren. Zu den Karfreitagsopfern gehören auch Gisas Vater, Erich Mörchel und dessen Bruder Karl.

Für ihre unermüdliche Arbeit  wurde Gisa – damals gemeinsam mit Lore Junge und Wolfgang Asshoff – mit der Ehrennadel der Stadt Dortmund ausgezeichnet.

Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und ihren Freunden.

Wir werden Gisa ein ehrendes Gedenken bewahren.

Auf der Trauerfeier wird unser Vorsitzender und Erster Bürgermeister der Stadt Dortmund, Norbert Schilff sprechen.

Ernst Söder

Ehrenvorsitzender des Fördervereins