Nachruf Gabriele Winterberg

Gabriele Winterberg ist am 16. August 2025 im Alter von 75 Jahren in Stockelsdorf bei Lübeck verstorben. Sie war die Tochter des Edelweißpiraten Kurt Piehl (1928-2001), der ebenfalls in Stockelsdorf seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Kurt Piehl war wohl neben Rudi Grützner der bekannteste Dortmunder Edelweißpirat, der die Verfolgungen überlebt hat und sich auch getraut hat, seine Erfahrungen im Widerstand gegen die Nationalsozialisten durch Buchveröffentlichungen in der Nachkriegszeit öffentlich gemacht zu haben. Gabriele Winterberg war seit der Gründung des Fördervereins im Jahr 1997 förderndes Mitglied. Wir bedanken uns für ihre Verbundenheit in all den Jahren und werden sie – wie ihren Vater Kurt Piehl – in dankbarer Erinnerung behalten.

Sonderveröffentlichung 100 Jahre Westfalenhalle in den RN vom 29.11.25 – Leserbrief des Fördervereins

Mit Stolz wird auf die große Vergangenheit zurück und voller Zuversicht nach vorn auf eine erfolgreiche Zukunft geblickt. In der Tat steht die Westfalenhalle für ein besonderes Stück Zeitgeschichte unserer Stadt. Bedauerlicherweise hat die umfassende Jubiläumsausgabe die Zeit des Stammlagers 1939 bis 1945 mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern ausgeklammert. Etwa 70.000 (!) Menschen waren in dieser Zeit ab 1939 in der Westfalenhalle und dann ab 1941 in umliegenden Barackenlagern interniert. Neben vorwiegend aus der Sowjetunion stammenden Kriegsgefangenen und zur Zwangsarbeit Deportieren waren auch viele aus Polen, Belgien, Frankreich, Jugoslawien und anfangs auch aus Italien im sog. Stalag VI D menschenunwürdig und menschenverachtend untergebracht. Viele von ihnen starben infolge von Willkürakten, Krankheit, Unterernährung und bei Bombenangriffen, denen sie schutzlos ausgeliefert waren. In der 100jährigen Geschichte der Westfalenhalle sind diese Jahre ihre unrühmlichste Vergangenheit, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Die Zukunft, auch die der Westfalenhalle, braucht Erinnerung. Da reicht ein Gedenkstein nicht aus. Und so hoffen wir, dass in oder an den heutigen Westfalenhallen ein besonderer Erinnerungsort geschaffen wir, der der Bedeutung des damaligen Stammlagers angemessen ist und in die Chronik der Westfalenhalle aufgenommen wird.

Georg Deventer
Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergparkkomitee e.V.

Bildunterschrift
Grundriss der heutigen Westfalenhalle und dem damaligen Lageplan der
Baracken des Stalag (Foto: Förderverein)