Karfreitagsveranstaltungen 2014

Gründonnerstag, 17. April 2014
Filmvorführung
„Fritz Bauer – Tod auf Raten“
18 Uhr im Großen Saal der Auslandsgesellschaft (neben der Steinwache)

In Erinnerung an Dr. Fritz Bauer, den ehemaligen Generalstaatsanwalt in Hessen, Chefankläger beim Auschwitz-Prozess 1963-1965. Fritz Bauer ist es zu verdanken, dass der Chef-Organisator des Holocaust, Adolf Eichmann, vor ein israelisches Gericht gestellt werden konnte. Weil er dem deutschen Beamtenapparat, der deutschen Politik und Justiz nicht vertraute, gab Bauer – unter Umgehung des Dienstweges – israelischen Behörden den Hinweis, wo Eichmann aufzufinden sei. Am 11.5.1960 brachte der israelische Geheimdienst Mossad Adolf Eichmann von Buenos Aires nach Israel, wo er angeklagt und verurteilt wurde.

 

Karfreitag, 18. April 2014
10.30 Uhr Gedenken auf dem Internationalen Friedhof in Brackel
Führung mit Norbert Schilff, Beiträge von Jugendlichen der SJD Die Falken

 

Karfreitag, 18. April 2014, in Lünen
Erinnerung an die aus Lünen stammenden ermordeten Antifaschisten
11 Uhr um Mahnmal im Südpark

 

Karfreitag, 18. April 2014
15 Uhr Gedenken am Mahnmal in der Bittermark
Es sprechen:
Ullrich Sierau, Oberbürgermeister
Ernst Söder, Förderverein Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee
Moderation: jugendliche Botschafter der Erinnerung

 

Samstag, 3. Mai 2014, 11 Uhr
Gedenken an Bruno Nowak und Karl Altenhenne
11 Uhr am VVN-Gedenkstein an der Rahmer Straße, Dortmund-Huckarde

Verhandeln statt schießen!

Erklärung des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee zur Lage in der Ukraine

Jetzt sind antifaschistische Aktionen nötiger denn je, ebenso Aktionen für den Frieden!

Kommt am Karfreitag in die Dortmunder Bittermark zum Gedenken an die Naziopfer aus Russland, der Ukraine, Polen, Weißrussland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, dem ehemaligen Jugoslawien und Deutschland! Kommt zum Ostermarsch für Abrüstung, Entspannung, Frieden und Demokratie! Kein neuer Kalter Krieg! Verhandeln statt schießen!

Für die in Europa entstandene gefährliche Lage muss eine Verhandlungslösung gefunden werden. Bei solchen Verhandlungen könnten die folgenden Vereinbarungen erzielt werden, wie sie vom Friedensratschlag in Kassel am 9. März 2014 formuliert wurden:

  • Eine Beteiligung rechtsextremer und faschistischer Kräfte an der ukrainischen Regierung ist auszuschließen. Die faschistischen Kräfte in der Ukraine sind zu entwaffnen. Die Morde durch Scharfschützen auf dem Maidan werden von unabhängiger Seite untersucht.
  • Jede einseitige Maßnahme zu weiteren Sezessionen in der Ukraine ist zu stoppen.
  • Die Beziehungen Russlands und der Ukraine sind besonderer Art. Die NATO und EU müssen die Sicherheitsinteressen der Russischen Föderation genauso ernst nehmen wie die der Ukraine. Die Bündnisfreiheit der Ukraine ist von allen Konfliktparteien zu akzeptieren. Die EU-Assoziierung der Ukraine ist kein Beitrag zur Entspannung.
  • Die ukrainische Übergangsregierung stoppt die Mobilmachung der Streitkräfte und stellt keine neuen auf, die russische Regierung ebenfalls. USA und EU stellen die Sanktionen gegen Russland ein.
  • Russland nimmt die Interventionsdrohung gegen die Ukraine zurück.
  • Sämtliche Rüstungsexporte aus dem EU-Raum nach Russland und in die Ukraine werden gestoppt. Der zivile Handel mit diesen Ländern wird gefördert.

Von der Bundesregierung und den Medien erwarten wir darüber hinaus: Die Beendigung der antirussischen Kampagne, sowie den Stopp des Aufbaus des sogenannten Raketenschirms auf deutschem Boden, den Stopp der Aufrüstung mit Kampfdrohnen und neuen US-amerikanischen Atombomben in Büchel; denn dies kann von Russland nur als Bedrohung betrachtet werden – und auch von uns.

Warum stellen wir diese Forderungen auf? Warum setzen wir uns für sie ein?

Als Förderverein Gedenkstätte Steinwache/Internationales Rombergparkkomitee sind wir besorgt über das Schicksal unserer Mitglieder in der ehemaligen Sowjetunion. Wir sind mit ihnen solidarisch. Wir fürchten um ihre Sicherheit vor den Angriffen rechter Kräfte.

Es ist zu beachten, dass der Konflikt um die Ukraine und die Krim nicht erst mit dem Eingreifen Russlands auf der Krim begann, sondern auf die jahrelangen Versuche des Westens zurückgeht, die Ukraine aus dem Einflussbereich Russlands herauszulösen und den Marktbedingungen der Europäischen Union wie dem Militärkonzept der Nato unterzuordnen. Inzwischen haben in Kiew rechte Politiker, darunter eine profaschistische Clique, Zugang zu Regierungsposten bekommen, ohne dass „der Westen“ irgendwelche Einwände erhob. Die von der Bundesregierung hochverehrte Frau Timoschenko von der der Regierung angehörenden „Vaterlandspartei“ rief dazu auf, Russland zur verbrannten Erde zu machen und die Russen auszulöschen.

Mit großer Sorge wird von uns die innenpolitische Entwicklung in der Ukraine gesehen, die es – mit massiver Unterstützung aus dem Westen – rechtsextremen, antisemitischen und faschistischen Gruppierungen wie „Svoboda“ oder den „Rechten Sektor“ ermöglicht hat, zu Wortführern auf dem Maidan zu werden und Schlüsselpositionen in der „Übergangsregierung“ zu besetzen.

Wir stimmen dem Friedensratschlag zu, der daran erinnerte: „Der rechten Übergangsregierung wird finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe versprochen. Bei so viel politisch-moralischer Verkommenheit muss man zum Schluss kommen, dass sich die EU-Außenpolitik längst nicht mehr von ihren eigenen hehren Prinzipien der Demokratie, Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit, sondern von purer Macht- und Interessenpolitik leiten lässt.“

Alle Gremien der Friedensbewegung lehnten die Abtrennung der Krim von der Ukraine als völkerrechtswidrig, der UNO-Charta widersprechend, ab. Allerdings wird darin erkennbar, wie verheerend die westlichen Vorbilder für ein derartiges Vorgehen Russlands wirken. Vor 15 Jahren haben die NATO und damit Deutschland Serbien völkerrechtswidrig mit Krieg überzogen und die völkerrechtswidrige Abtrennung des Kosovo eingeleitet. Während über 3000 unschuldige Menschen in Serbien dem Bombardement zum Opfer fielen, hat Russland bisher kein Blutvergießen verübt. Wir appellieren an Russland und alle am Konflikt Beteiligten:

Keine Gewalt! Reden ist besser als schießen.  Rücknahme des russischen Gesetzes, überall zu intervenieren wo angeblich russische Personen bedroht sind.

Und wir betonen: Es gibt kein Recht auf eine „humanitäre Interventionen“ wie sie nun wieder drohen. Die Friedensbewegung hat oft genug gegen so oder ähnlich begründete Militäraktionen Position bezogen (z.B. NATO-Krieg gegen Jugoslawien, Afghanistan-Krieg, Irakkrieg, Luftkrieg gegen Libyen, Frankreichs Krieg in Mali).

Wir stimmen ausnahmsweise den ehemaligen Bundeskanzlern Gerhard Schröder und Helmut Schmidt sowie dem ehemaligen Bundesminister Erhard Eppler zu, die die aktuelle antirussische Kampagne verurteilten sowie Sanktionen gegen Russland ablehnten.

Wir erinnern an das Wort des verstorbenen ehemaligen Kanzlers Willy Brandt: „Der Friede ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“

Eppler sagte: „Kein russischer Präsident würde geduldig dabei zusehen, wie eine eindeutig antirussische Regierung in Kiew versucht, die Ukraine in Richtung Nato zu führen. (…) In der ukrainischen Regierung sitzen nun Rechtsradikale. Bei uns redet aber niemand darüber. Da erklärte einer der ganz Rechten, sie seien der harte Kern der Aufstandsbewegung gewesen, und nun gingen sie nicht nach Hause, ehe ihre Leute in der Regierung seien. So ist es auch gekommen.“

Aber das darf nicht so bleiben! Auf die Straße für den Frieden! Für die Demokratie. Gegen die Nazis bei uns und in ganz Europa! Auf zu den Gedenkveranstaltungen, auf zum Ostermarsch 2014!

Förderverein Gedenkstätte Steinwache/Internationales Rombergparkkomitee

Cornelis van Tongeren verstorben

Am 23. Dezember 2013 verstarb kurz nach seinem 74. Geburtstag  unser Freund Cornelis van Tongeren aus Uitgeest/Niederlande. Cornelis kam seit vielen Jahren jährlich mit seiner Ehefrau zum Karfreitagsgedenken nach Dortmund. Sein Vater war von den Nazis zur  Zwangsarbeit ins  Konzentrationslager nach Neuengamme verschleppt worden. Seine Heimat hatte er nicht wiedersehen dürfen.

Cornelis, von seinen Freunden „Co“ genannt, hat die Zusammenkünfte des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache / IRPK durch seine interessanten und engagierten Beiträge bereichert und uns viel über den antifaschistischen Widerstand in den Niederlanden erzählt, so im letzten Jahr über Hannie Schaft, das „Mädchen mit dem roten Haar“.

Das Foto zeigt Co (2. v. r.) mit seiner Frau Jane (Mitte) am Karfreitag in der Bittermark. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Er wird uns unvergessen sein.

Cornelis van Tongeren verstorben.pages

Wie war das eigentlich, Heiner Halberstadt?

Vortragsveranstaltung am 7. November 2013

Heiner Halberstadt, 1928 geboren, hat die Reichspogromnacht als Kind in Dortmund miterlebt. Heute wohnt er in Frankfurt. Wir haben ihn als Zeitzeugen eingeladen, um uns von seinen Erlebnissen in den 1930er und 40er Jahren, von den Nazi-Verbrechen in Dortmund, zu berichten.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in vielen Orten des damaligen Deutschland die Synagogen. Der 9. November ist der  Tag, an dem organisierte Schlägertrupps der Nazis jüdische Geschäfte in Brand setzen. Es ist der Tag, an dem Tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war ein Signal zum größten und schlimmsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.

Donnerstag, 7. November 2013, 18.30 Uhr, Raum V1 in der Auslandsgesellschaft Dortmund, Steinstraße 48 (an der Steinwache)

Eine Kooperationsveranstaltung des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee e.V. mit dem Bündnis Dortmund gegen Rechts und der VVN-BdA

Internetseite von Heiner Halberstadt

Wikipedia über Heiner Halberstadt

 

Hinweis
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Delegation aus Dortmund besucht Gedenkveranstaltung in Stukenbrock

Gruppenbild in Stukenbrock 2013Anlässlich des Antikriegstages legten Mitglieder des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee am sowjetischen Ehrenmal in Stukenbrock ein Blumengebinde nieder. Das Ehrenmal erinnert an 65.000 Kriegsgefangene und Zwangsverschleppte, die zwischen 1941 und 1945 hier begraben wurden.

Wikipedia zum Stammlager VI K (326) in Stukenbrock

Antikriegstag bei der Steinwache: Entschiedene Absage an Militarismus und Krieg

AntikriegstagDie Dortmunder Steinwache sah am heutigen Internationalen Antikriegstag eine sehr lebendige Gedenkveranstaltung des DGB und seiner Partner. Mit entschiedenen Absagen an Krieg, Bundeswehreinsätze im Ausland, militärische Rüstung und Bundeswehrwerbung in unseren Schulen.

Das Kulturprogramm gestalteten der Dortmunder Liedermacher Fred Ape mit eigenen und traditionellen Friedensliedern und eine Dortmunder Falkengruppe mit Arbeiterjugendliedern.

Am Schluss gab es einen außerordentlich interessanten Vortrag des Arbeitskreises schwule Geschichte des SLADO, eine Kranzniederlegung und Gedenkminute. Die Veranstaltung war nicht ganz so gut besucht wie in den letzten Jahren, obwohl sie es aufgrund des Programms sehr verdient gehabt hätte.

Einige der heutigen Reden werden wir in Kürze hier veröffentlichen.

Berichterstattung der Nordstadtblogger