Karfreitagsveranstaltungen 2013

Gründonnerstag, 28. März 2013
Vollsitzung des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee e.V.
10.30 Uhr im Gruppenraum der Steinwache
Michael Teupen, Geschäftsführer des Bundesverbandes Information und Beratung für NS-Verfolgte, spricht zum Thema „Wiedergutmachung und Entschädigung für ’nationalsozialistisches‘ Unrecht“.

Karfreitag, 29. März 2013
11 Uhr Gedenken auf dem Internationalen Friedhof in Brackel
Führung mit Norbert Schilff, Beiträge von Jugendlichen der SJD Die Falken

Karfreitag, 29. März 2013, in Lünen
Erinnerung an die aus Lünen stammenden ermordeten Antifaschisten
11 Uhr um Mahnmal im Südpark

Karfreitag, 29. März 2013
15 Uhr Gedenken am Mahnmal in der Bittermark
Es sprechen:
Birgit Jörder, Bürgermeisterin
Ernst Söder, Förderverein Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee
Dr. Reinhard Rauball, Präsident BVB Borussia e.V.
Moderation: jugendliche Botschafter der Erinnerung

Freitag, 6. April 2013
Gedenken an Bruno Nowak und Karl Altenhenne
11 Uhr am VVN-Gedenkstein an der Rahmer Straße

Erinnerung an Hans Frankenthal am 28. Februar 2013

Donnerstag, den 28.2.2013, 19 Uhr in der Steinwache, Dortmund, Steinstraße 50 

Der Dortmunder Schauspieler Claus-Dieter Clausnitzer liest aus der Biografie „Verweigerte Rückkehr – Erfahrungen nach dem Judenmord“ von Hans Frankenthal (1926-1999) anlässlich des 70. Jahrestages von Frankenthals Deportation von Dortmund nach Auschwitz.

Hans Frankenthal aus dem sauerländischen Schmallenberg erlebte die Gräueltaten des Nazi-Regimes am eigenen Leib. Als Jugendlicher wurde er mit seiner Familie am 1. März 1943 nach Auschwitz verschleppt. Seine Eltern wurden ermordet. Hans und sein Bruder Ernst überlebten die Zwangsarbeit im Lager Monowitz und das Konzentrationslager Mittelbau-Dora und wurden schließlich 1945 in Theresienstadt befreit. Sie kehrten in ihre Heimatstadt Schmallenberg im Sauerland zurück, wo sie erneut Ausgrenzung erfuhren.

Hans Frankenthal hat kurz vor seinem Tod am 22. Dezember 1999 seine Biografie verfasst. Darin schildert er seine Kindheit in der Weimarer Republik, seine Deportation, die Zwangsarbeit, die Todesmärsche und vor allem die erneute Ausgrenzung in seinem Heimatort. Insbesondere die Erfahrungen nach der Rückkehr aus den Konzentrationslagern haben Hans Frankenthal zu der Form von politischer Arbeit im Internationalen Auschwitz-Komitee, der VVN-BdA und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit veranlasst, die er noch bis zu seinem Tod im Dezember 1999 sehr engagiert betrieb.

In Kooperation mit der Bezirksregierung Arnsberg, VHS Dortmund, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V., Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe und der Auslandsgesellschaft NRW e.V. 

Erklärung der FIR zum 70. Jahrestag des Sieges von Stalingrad

Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee mit Sitz in Dortmund ist Mitglied in der FIR, der Internationalen Vereinigung der Widerstandskämpfer. Die FIR gibt zum Jahrestag des Sieges der Roten Armee in Stalingrad, dem 2. Februar, die folgende Erklärung heraus.

Vergesst niemals die Leistung der Roten Armee und der sowjetischen Menschen bei der Zerschlagung der faschistischen Gefahr

Am 27. Januar wird weltweit der Befreiung des faschistischen Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee 1945 gedacht. In diesem Jahr erinnert die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten an ein weiteres Datum: Am 2. Februar 2013 jährt sich zum 70. Mal der welthistorische Sieg der Roten Armee bei Stalingrad. An diesem Tag kapitulierten die deutsche 6. Armee unter Generalfeldmarschall Paulus und ihre Verbündeten vor den Verbänden der 62. und 64. Roten Armee unter General Schukow. Dieser Sieg war ohne Zweifel die militärische Wende im Zweiten Weltkrieg.

Der vom deutschen Faschismus angezettelte imperialistische Krieg zielte von Anfang an auf Mord, Totschlag, Ausbeutung, Unterdrückung und Vernichtung. Coventry, Rotterdam, Warschau und Belgrad sind die Symbole des Luftterrors, den die Wehrmacht über die Städte Europas trug. Auschwitz, Buchenwald, Majdanek, Sobibor haben sich in die Erinnerung der Menschheit eingegraben als Orte, an denen die Vernichtungspolitik des deutschen Faschismus stattfand. Babi Jar, Oradour, Lidice sind Stätten des faschistischen Mordens, die keiner Erklärung bedürfen.

Die Schlacht von Stalingrad stellte hingegen den historischen Wendepunkt im Kampf der Anti-Hitler-Koalition gegen den expansionistischen Anspruch des deutschen Faschismus dar. Militärisch wurde hier zum ersten Mal der faschistische Vormarsch gestoppt und der „unbesiegbaren“ Wehrmacht eine vernichtende Niederlage beigebracht.

Wichtiges Zeichen für den antifaschistischen Widerstand in allen Ländern

Für die Widerstandsbewegung in allen okkupierten Ländern und in Deutschland symbolisierte die Schlacht von Stalingrad die kommende Niederlage des Faschismus. Die Frauen und Männer im Widerstand zogen daraus Kraft, Motivation und Optimismus für die Fortführung ihres antifaschistischen Kampfes.

Die Schlacht von Stalingrad wurde dank der Standhaftigkeit und des Heldenmuts der sowjetischen Truppen und der Bevölkerung gewonnen. Wir erinnern an die Toten und gedenken all derjenigen, die sich mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit für die Befreiung ihres Landes von der faschistischen Okkupation und die Zerschlagung der faschistischen Bestie eingesetzt haben. In der Stadt Wolgograd erinnern heute mehr als 200 Orte an diese Geschichte. Die FIR grüßt die Einwohner der Stadt und dankt ihnen für die Bewahrung des Andenkens.

Für alle antifaschistischen Organisationen bleibt der Sieg von Stalingrad ein Gedenktag. Wir verbinden unseren Dank an die Kämpfer mit dem Versprechen, diese Erinnerung an die heutigen Generationen weiterzugeben.

Mamajew Kurgan

Gedenkstätte Mamajew Kurgan im heutigen Wolgograd

 

Swjaschtschennaja wojna, das Kriegslied der Roten Armee von 1941

Informationen zum Lied

Irina Wolkowa im ND über das Lied und seine Geschichte

 

Deutsche Fassung von Stephan Hermlin

Der heilige Krieg

Steh auf, steh auf, du Riesenland!
Heraus zur großen Schlacht!
Den Nazihorden Widerstand!
Tod der Faschistenmacht!

Es breche über sie der Zorn
wie finstre Flut herein.
Das soll der Krieg des Volkes,
Der Krieg der Menschheit sein.

Den Würgern bieten wir die Stirn,
Den Mördern der Ideen.
Die Peiniger und Plünderer,
Sie müssen untergehn.

Es breche über sie …

Die schwarze Schwinge schatte nicht mehr
Uns überm Heimatland.
Und nicht zertrete mehr der Feind
Uns Feld und Flur und Strand.

Es breche über sie …

Wir sorgen dafür, dass der Brut
Die letzte Stunde schlägt.
Den Henkern ein- für allemal
Das Handwerk jetzt gelegt!

Es breche über sie …

Frohes neues Jahr!

Wir wünschen unseren Mitgliedern und Freunden in allen Ländern alles Gute für 2013!

Bonne année
Frankreich und Belgien

С Новым годом
Russische Föderation

Gelukkig Nieuwjaar
Niederlande

Szczęśliwego nowego roku
Polen

Срећна нова година
Serbien

Sretna nova godina
Kroatien

1. September in der Steinwache: Gegen Krieg! Nie wieder Faschismus!

Am Samstag, dem 1. September 2012, findet um 16 Uhr an oder in der Steinwache die Gedenkveranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum internationalen Antikriegstag statt. Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee ist Mitveranstalter. Es sprechen Oberbürgermeister Ullrich Sierau und die DGB-Vorsitzende Jutta Reiter.

„Man kann nicht halbe Jüdin sein“

Vera Friedländer liest aus Ihrem Buch

Donnerstag, den 6. September 2012, 19 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

Über ihr Buch und ihre Biographie berichtet Sie in eigenen Worten:

Die 1. Auflage von „Man kann nicht eine halbe Jüdin sein“ erschien 1982 unter dem Titel „Späte Notizen“. Insgesamt sind vier Auflagen erschienen, die letzte 2009.

Es ist ein literarischer Bericht über eine große jüdische Berliner Familie, die nicht mehr existiert. Ich habe meine Erinnerungen an die Menschen, die mir nahe waren, aufgeschrieben. Es geht in dem Buch um die letzten Jahre der Nazi-Zeit.

Ich erzähle die Geschichte des jungen Mädchens, das ich damals war und dessen Jugend bestimmt war vom Abschied nehmen von denen, die emigrierten oder versuchten, in die Schweiz zu fliehen; auch von der Angst um die jüdische Mutter und um den nicht-jüdischen Vater, der ins Lager kam, weil er sich nicht von seiner Frau scheiden ließ. Und ich selbst musste als 16-jährige Zwangsarbeit unter SS-Bewachung leisten. Trotz der Ängste und Gefahren gab es für mich auch gute, freundliche Zeiten. Ich erhielt Hilfe durch mutige Menschen. Zum Beispiel konnte ich, der nur acht Jahre Volksschule erlaubt waren, illegal eine Handelsschule besuchen, weil der Rektor auf dem Aufnahmeschein bei der Frage nach der „arischen Abstammung“ ein Ja schrieb.
Das Buch zu schreiben, war sehr schwer, weil ich beim Erinnern alles noch einmal erlebte. Aber ich schrieb das Buch, weil ich den Menschen, die es nicht mehr gibt, wieder ein Gesicht geben wollte.

Nach 1945 holte ich nach, was mir bis dahin verwehrt worden war: Studium an der Vorstudienanstalt der Humboldt-Universität (Vorläuferin der ABF/Arbeiter-und-Bauern-Fakultät), Germanistik-Studium, Arbeit als Lektorin und zurück an die Universität. Es folgten von 1960-1986 Promotion und Habilitation und eine Professur für Deutsche Sprache. Zwischendurch, von 1975-1981, Arbeit an der Warschauer Universität, gleichzeitig beim Polnischen Rundfunk (Deutschkurse); für diese Tätigkeit wurde ich mit dem Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Preis ausgezeichnet.

1990 gründete ich die Friedländer-Schule, die seitdem eine anerkannte Berliner Sprachschule ist. Ich wurde nach 40-jähriger Ehe Witwe und habe Kinder und Enkel.

In Polen begann ich Literarisches zu schreiben. Das erste Buch erschien 1982. Darin schildere ich meine Erlebnisse der Nazi-Zeit, vor allem die Deportationen von Menschen, die mir nahe waren. In meiner 2009 erschienenen Autobiografie gebe ich weitergehende Auskunft über mich. Autobiografisches enthält auch der in diesem Jahr erschienene Roman „Fliederzeit“, in dem ich die Zeit nach 1945 mit stark autobiografischen Elementen schildere. Ich schrieb Erzählungen, Romane, Beiträge für die „Weltbühne“ und für „Ossietzky“ und gemeinsam mit meinem Mann eine „Kleine Geschichte der geografischen Entdeckungen“.

Hinweis
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.