Veranstaltungen am 8. Mai 2025

Anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsendes am 8. Mai 1945 legte der Förderverein der Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergparkkomitee e.V. im Innenhof der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft einen Kranz nieder. Der Vorsitzende des Fördervereins, Georg Deventer, mahnte an diesem „Tag der Befreiung“, dass wir heute die Verantwortung haben, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Dem Erstarken des Rechtspopulismus und Rechtsextremismus müsse entschieden, auch juristisch, entgegengetreten werden. Der Literaturdozent und Geschichtenerzähler Peter August Keßler erzählte lebhaft und anekdotisch, wie während des Krieges bei seiner Großmutter, in ihrer Familie und in der Dorfgemeinschaft im Sauerland die NS-Ideologie Beachtung bzw. Nichtbeachtung fand.

An der Steinwache mit Peter Keßler (rechts) Foto: Margret Deventer

Am Nachmittag beteiligte sich der Förderverein im Dietrich-Keuning-Haus bei einer ganztägigen  Veranstaltung der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord und des Begegnungszentrums Keuning-Haus mit einem Infostand. Der Tag zur „Zukunft der Demokratie“ begann mit Workshops für Schulklassen. Nachmittags dann die Veranstaltung für alle mit Gesprächscafes und einer Filmvorführung „Nordstadt unterm Hakenkreuz“, erstmals 1989 im Offenen Kanal ausgestrahlt. Georg Deventer hatte den Film aus dem Nachlass von Erich Rüttel bewahren können. Zur Filmvorstellung war auch der damalige Produzent Reinhold Giese gekommen. Auch eine Fotoausstellung „Dortmund 1945 vs. heute“ wurde eröffnet. Verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen, Vereine und Verbände luden zum Gespräch ein, darunter auch der Förderverein.  

Infostand im Dietrich-Keuning-Haus (Foto: Förderverein)

Am Abend fand dann noch in der Bürgerhalle des Rathauses die Gedenkveranstaltung der Stadt Dortmund statt, Motto: „80 Jahre Kriegsende – Geschichte begreifen, für die Zukunft handeln.“ Aus dem Förderverein nahm eine größere Gruppe von Mitgliedern teil. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. In seinem Vortrag bewertete der Historiker die heutige Gedenk- und Erinnerungskultur und zeigte Handlungsmöglichkeiten für die künftige Gedenkstättenarbeit auf.

Im Rathaus: Der Referent bei seinem Vortrag (Foto: Förderverein)

Veranstaltung des Fördervereins zum 8. Mai 1945

Am Donnerstag, den 8. Mai 2025, wird der Förderverein öffentlich um 13.00 Uhr im Innenhof der Steinwache an das Kriegsende vor 80 Jahren mit einer Kranzniederlegung erinnern. 1945 endete die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten mit der Kapitulation Deutschlands. Millionen Menschen wurden verfolgt, ermordet, in den Krieg gezwungen. Nach dem Tag der Befreiung musste die Demokratie aus den Trümmern neu entstehen. Und heute müssen wir mehr denn je davor warnen, dass Rechtspopulismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus weiter erstarken und unsere Demokratie gefährden. Wir sind herausgefordert, uns gegen die Versuche, die Erinnerung aus politischen Gründen zu verdrängen und zu verfälschen, zur Wehr zu setzen. Wir haben die Verantwortung, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.

Wir laden des Weiteren ein, an diesem Tag auch ab 14.30 Uhr ins Dietrich-Keuning-Haus zu kommen. Dort veranstaltet die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord in Kooperation mit dem Begegnungszentrum eine Veranstaltung für alle zur „Zukunft der Demokratie“, mit Gesprächscafés und Filmvorführungen. Auch eine Fotoausstellung „Dortmund 1945 vs. heute“ wird eröffnet. Verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen, Vereine und Verbände laden an diesem Nachmittag zum Gespräch ein, darunter auch der Förderverein Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergpark-Komitee e.V.

Die Veranstalter stellen diesen Tag unter das Motto: „Zukunft der Demokratie // 80 Jahre auf dem Weg zu Vielfalt, Freiheit und Verantwortung“

80 Jahre Kriegsende – Gemeinsame Aktion an Karfreitag in der Bittermark

2025 jähren sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und damit auch die Massenmorde der Gestapo im Dortmunder Süden zum 80. Mal. Deshalb planen wir als städtische Organisator*innen eine besondere Aktion für die Gedenkveranstaltung an Karfreitag am Mahnmal in der Bittermark. Die Gedenkveranstaltung ist die älteste und größte in Dortmund und erinnert an das schwerste örtliche NS-Verbrechen: die Morde der Gestapo an mehr als 200 Menschen in Bittermark und Rombergpark kurz vor Kriegsende.

Knapp 200 der anonym beigesetzten Opfer liegen in den Gräbern hinter dem Mahnmal in der Bittermark, die weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Die einzigen persönlichen Verweise auf die Opfer sind Gegenstände, die bei ihrer Umbettung in die heutige Grabanlage gefunden wurden. Als Höhepunkt und Abschluss der Gedenkveranstaltung sollen sich in diesem Jahr knapp 200 Menschen vor je ein Grab stellen und jeweils ein großes Foto von einem der gefundenen persönlichen Gegenstände der Opfer halten und so auf eindrucksvolle Weise an die Nazi-Opfer erinnern. Dafür brauchen wir personelle Unterstützung.

Geplant ist ein Probetermin im Vorfeld, und zwar am 29. März um 15:00 Uhr am Mahnmal. Am Tag selbst, Karfreitag, 18. April 2025, müssten die Teilnehmenden rechtzeitig um 14:30 Uhr am Stand der Steinwache am Rand der Wiese vor dem Mahnmal sein, wo sie die Fotos bekommen. Um 15:00 Uhr beginnt die Gedenkveranstaltung und geht insgesamt bis etwa 16:30 Uhr. Gegen Ende gehen die Teilnehmenden nach Aufforderung durch den Moderator Friedhelm Evermann, Sonderbeauftragter des Oberbürgermeisters für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, nach vorne, nehmen vorher markierte Plätze vor den Gräbern ein und bleiben dort einige Minuten stehen. Anschließend wird das Publikum wie bereits in den vergangenen Jahren eingeladen, nach vorne zu kommen und am Mahnmal und den Gräbern Blumen niederzulegen. Damit enden Gedenkveranstaltung und Aktion.

Für die benötigte Planungssichersicherheit brauchen wir konkrete Zusagen und freuen uns über Anmeldungen unter der Adresse der Steinwache:

steinwache@stadtdo.de

Dr. Markus Günnewig
Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Stadtarchiv Dortmund
Märkische Straße 14
44122 Dortmund
Telefon: 0231 – 5027685
Telefax: 0231 – 5026011
http://www.dortmund.de/steinwache
http://www.facebook.com/steinwache