Einladung zu Veranstaltungen des Fördervereins im Juni und Juli 2024

Zu folgenden Veranstaltungen laden wir herzlich ein:

  1. Gedenken an den Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 auf der Kulturinsel am Phoenix-See am 22. Juni 2024
  2. Öffentliche Mitgliederversammlung am 28. Juni 2024
  3. Feierstunde zur Wiedereinweihung der Gedenktafel an der alten Polizeiwache in Dortmund-Hörde am 10. Juli 2024

Bitte entnehmen Sie die weiteren Informationen dazu den folgenden Einladungen:

Vortragsveranstaltungen im 1. Halbjahr 2024

In der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache werden im 1. Halbjahr 2024 mehrere öffentliche Veranstaltungen angeboten, über die wir seitens des Fördervereins gern informieren möchten. Die Steinwache bietet auch öffentliche Stadtrundgänge in Dortmund zum Holocaust sowie Führungen durch die Mahn- und Gedenkstätte an. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Alle Themen und Termine sind aus dem beigefügten Flyer ersichtlich:

Gedenkstättenfahrt nach Bergen-Belsen und Celle am 8./9. Juni 2024

In Kooperation mit der Auslandsgesellschaft veranstaltet der Förderverein eine zweitägige Gedenkstättenfahrt am 8. und 9. Juni 2024 nach Bergen-Belsen und Celle. Anmeldungen sind bis Ende März bei der Auslandsgesellschaft möglich. Nähere Informationen und den Anmeldebogen finden sie hier im Flyer, der als PDF heruntergeladen werden kann:

27. Januar 2024: Zum 79. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz 1945

Auf Initiative des Fördervereins – gemeinsam mit dem Berliner Journalisten und Autor Alwin Meyer – lädt die Stadt Dortmund mit ihrem Oberbürgermeister Thomas Westphal zu einer zentralen Veranstaltung mit drei überlebenden Kindern von Auschwitz ein:

Donnerstag, 25. Januar 2024 um 18.30 Uhr, Reinoldisaal im Reinoldihaus, Reinoldistraße 7-9, 44135 Dortmund.

Gleichzeitig wird eine neue Ausstellung „Die Kinder von Auschwitz – Vergesst uns nicht“ eröffnet.

Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen Angela Orosz-Richt aus Kanada, im Dezember 1944 in Auschwitz geboren, Dr. Eva Umlauf aus München, war zwei Jahre alt, als sie in Auschwitz befreit wurde und Wladyslaw Osik aus Polen, im Juli 1943 in Auschwitz geboren. Sie erzählen nun im Reinoldhaus und in begleitenden Zeitzeugengesprächen die Geschichte ihres Überlebens und des Lebens danach. 

Zur Ausstellung gehören 42 großformatige Tafeln, die von dem Leben und Sterben der Kinder und ihrer Mütter in Auschwitz mit eindrucksvollen Dokumenten, Fotos und Texten erzählen. Der Kurator und Autor ist hier Alwin Meyer aus Berlin.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Und so hoffen nun die Veranstalter, dass viele – gerade auch jüngere Bürger*innen – an dieser außergewöhnlichen Veranstaltung mit drei Überlebenden von Auschwitz teilnehmen.

In Dortmund hat sich in den letzten Jahrzehnten eine herausragende Erinnerungs- und Gedenkkultur entwickelt und hat für viele andere Städte einen Vorbildcharakter, sei es mit der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, dem Karfreitagsgedenken, den Botschafter*innen der Erinnerung, den zivilgesellschaftlichen Bündnissen gegen Rechtsextremismus, dem Netzwerk Dortmund gegen Antisemitismus, der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Rathaus oder auch mit den Fanprojekten des BVB.

„Zukunft braucht Erinnerung“ – insbesondere in dieser Zeit, wo die AfD mit ihrem Rechtspopulismus und Rechtsextremismus ein Erinnern an die NS-Zeit und Mahnen nicht mehr für nötig hält.

Bitte entnehmen Sie weitere Informationen diesem Flyer (PDF):

Unser Jahresbericht 2023

In unserer Rubrik „Jahresrückblicke“ finden Sie unsere aktuelle Ausgabe für das Jahr 2023. Wir wünschen unseren Mitgliedern und Freunden friedliche Weihnachten und ein glückliches und gesundes Jahr 2024.

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des Fördervereins, liebe Leserin, lieber Leser,

wir legen hiermit unseren Jahresbericht 2023 vor, der unsere Vereinsaktivitäten dokumentiert.

Wir informieren über die Unternehmungen und Aktionen, die wir als Förderverein durchgeführt bzw. an Projekten Dritter mitgewirkt haben. Wir berichten über die alljährlich wiederkehrenden Veranstaltungen, aber auch über geschichtsrelevante Ereignisse, über den Tag hinaus.

Der Tod unseres Ehrenvorsitzenden Ernst Söder am 30. Juni 2023 hat uns alle tief berührt und wir werden in dankbarer Erinnerung sein Andenken bewahren. Unsere Achtung und Freundschaft werden niemals sterben und die Zeit mit ihm wird in uns stets lebendig sein.

Am 24. Februar letzten Jahres begann mit dem völkerrechtswidrigen Überfall der russischen Föderation auf die Ukraine ein schrecklicher Krieg, der noch nicht beendet werden konnte.

Der 7. Oktober dieses Jahres wird ebenfalls in den Geschichtsbüchern mit den Angriffen islamistischer Terroristen auf Israel und die Vernichtungsoffensive gegen die Hamas verbunden sein. Und immer wieder ist es die Zivilbevölkerung, die den kriegerischen Auseinandersetzungen hilflos ausgesetzt ist. Kriege und Krisen weltweit. Das unfassbare Leid der Menschen vor Ort übersteigt bei weitem die Not von uns, die uns quasi als Zaungäste ratlos und entsetzt zurücklässt.

Dennoch dürfen wir uns nicht zurückziehen. Das Gefühl der Ohnmacht lässt sich mit Handeln bekämpfen, mit zivilgesellschaftlichem Engagement, auch im Kleinen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Mitte der Gesellschaft rückt nach rechts. Mehr Menschen als bisher – auch in den alten Bundesländern – verlassen die politische Mitte bis hin zur rechtsextremen Orientierung. 8 % der Bevölkerung haben ein verfestigtes rechtsextremes Weltbild, mehr als 16 % meinen, die Juden versuchten, aus der NS-Geschichte „ihren Vorteil zu ziehen“ und sogar 48 % haben kein Vertrauen in die Demokratie. Ein Grund für diese negative Entwicklung ist sicher die aktuelle Häufung von Kriegen und Krisen, die Menschen verunsichert. Die sog. AfD profitiert davon. Der Rechtspopulismus mit völkischem Gedankengut im heutigen Deutschland zeigt erschreckende Parallelen zum aufsteigenden Nationalsozialismus vor 100 Jahren. Im Februar 1920 wird die NSDAP gegründet. Zehn Jahre später 1930 erreicht sie über 18 %. 1933 reißt sie die Macht an sich. Zwölf verheerende Jahre nehmen ihren Lauf. 2013 wird die AfD gegründet. Jetzt – zehn Jahre später – liegt sie bundesweit bei 20 %. Die Landtagswahlen in Bayern und Hessen bestätigten dieses Niveau.

Jedweder Populismus müsste uns doch endlich aus der Lethargie und Gleichgültigkeit holen. Es ist höchste Zeit, um für unsere Demokratie zu kämpfen und eine sichtbare demokratische Haltung einzunehmen. Soziale Ungleichheit und das Gefühl, abgehängt zu sein, beflügeln demokratiegefährdende und menschenfeindliche Einstellungen. Im Juni 2024 finden die nächsten Europawahlen statt. Es wird sich dann zeigen, ob die demokratischen Kräfte in Europa obsiegen. Es gibt keine Alternative, als für Vielfalt, Toleranz und Demokratie einzutreten.

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir bedanken uns bei allen Partnern für die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit. Den Mitgliedern im Vorstand und vielen Vereinsmitgliedern und Förderern danke ich an dieser Stelle ebenso wie den Mitarbeitern in der Steinwache und im Stadtarchiv. Ein besonderer Dank gebührt auch der Auslandsgesellschaft für die Unterstützung unserer Arbeit in den vergangenen Jahren.

Ich hoffe, dass der Bericht Anregungen für Diskussionen bietet, natürlich mit Interesse gelesen wird und gegebenfalls ermutigt, Mitglied in unserem Förderverein zu werden.

Dortmund, im Dezember 2023                                           

Georg Deventer

Vorsitzender des Fördervereins