Erneut stärkere Jugendbeteiligung bei Karfreitagsgedenken 2012

„Botschafter der Erinnerung“ und Tochter von Mehmet Kubasik sprechen in der Bittermark

Mit den „Botschaftern der Erinnerung“ gibt es bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung zum Karfreitag in der Bittermark erneut eine stärkere Beteiligung Jugendlicher. Mit Gamze Kubasik wird außerdem eine Angehörige der kürzlich bekannt gewordenen neofaschistischen Mordserie zur Dortmunder Bevölkerung sprechen.

Ankündigung auf Der Westen

Das Programm der Gedenkfeier in der Bittermark an Karfreitag, 6. April 2012

– 15.00 Uhr Posaunenchöre aus Dortmund
– 15.05 Uhr Anmoderation Klaus Lenser
– 15.10 Uhr Chorakademie Dortmund
– 15.15 Uhr Gang zu den Kränzen und Schweigeminute
– 15.20 Uhr Begrüßungsansprache Bürgermeisterin Birgit Jörder
– 15.30 Uhr Grußwort Ernst Söder
– 15.40 Uhr Redebeitrag Gamze Kubasik
– 15.45 Uhr Beitrag der „Botschafter der Erinnerung“: Der Weg der Erinnerungen
– 15.55 Uhr Chorakademie Dortmund
– 16.10 Uhr Beitrag der „Botschafter der Erinnerung“: Textcollage zum Thema Zwangsarbeit
– 16.15 Uhr „Moorsoldaten“ Chorakademie Dortmund, Posaunenchöre aus Dortmund
Die „Botschafter der Erinnerung“ verteilen zum Abschluss Blumen, die am Denkmal abgelegt werden können.

Heinrich-Czerkus-Lauf zum Karfreitagsgedenken 2012

Heinrich Czerkus, Platzwart von Borussia Dortmund, Widerstandskämpfer gegen Hitler, im April 1945 von den Nazis im Romberpark ermordet und verscharrt, gemeinsam mit 300 Zwangsarbeitern und anderen Nazigegnern in der Bittermark begraben.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Der Treffpunkt zum Heinrich-Czerkus-Lauf ist am Karfreitag, dem 6. April 2012, um 12 Uhr am Stadion Rote Erde. Die Wanderer starten um 13 Uhr, die Walker um 13.30 Uhr, die Jogger und Radler um 14 Uhr zum Denkmal in der Bittermark. Dort findet um 15 Uhr die Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer der Karfreitagsmorde statt.

Veranstalter des Czerkus-Laufs sind die Naturfreunde Kreuzviertel, der BVB 09, das Fanprojekt Dortmund und der Heinrich-Czerkus-Fanclub. Der Förderverein Gedenkstätte Steinwache / Internationales Rombergpark-Komitee unterstützt den Aufruf.

Ausstellung „Zwangsarbeit“ kommt nach Dortmund

Eröffnungsveranstaltung Sonntag, 18. März 2012, 11 Uhr

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland auf nahezu jeder Baustelle und jedem Bauernhof, in jedem Industriebetrieb und auch in Privathaushalten Zwangsarbeiter ausgebeutet. Dort wie in den besetzten Gebieten mussten insgesamt über 20 Millionen Männer, Frauen und Kinder aus ganz Europa als Fremdarbeiter, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisten. Die Ausstellung „Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“ erzählt erstmals die gesamte Geschichte dieses Verbrechens und seiner Folgen nach 1945. Die internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora kommt nach der Eröffnung im Jüdischen Museum in Berlin und einer Präsentation in Moskau in diesem Frühjahr nach Dortmund. Es ist zugleich die letzte deutsche Station, bevor die Schau weiter ins Ausland wandert.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadt Dortmund präsentieren „Zwangsarbeit“ ab dem 18. März 2012 im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern – im Zweiten Weltkrieg selbst ein Ort, an dem Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. „Wir sind sehr stolz, dass wir diese hochrangige Ausstellung nach Dortmund holen konnten“, erklärt LWL-Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus.

Die präsentierten Exponate und Fotografien ermöglichen es, das rassistisch definierte Verhältnis zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern auszuloten – mit allen Handlungsspielräumen, die sich den Menschen boten. Und sie zeigen, dass die Zwangsarbeit von Beginn an Teil der rassistischen Gesellschaftsordnung des NS-Staates war: Die propagierte „Volksgemeinschaft“ und die Zwangsarbeit der Ausgeschlossenen – beides gehörte zusammen.

Über 60 repräsentative Fallgeschichten bilden den Kern der Ausstellung. Wie die gezeigten Dokumente und Fotos sind sie das Ergebnis akribischer Recherchen in Archiven in Europa, den USA und Israel. Thematisch reichen diese Fallgeschichten von der entwürdigenden Arbeit politisch Verfolgter in Chemnitz bis hin zur mörderischen Sklavenarbeit von Juden in der besetzten Sowjetunion und dem Zwangsarbeiteralltag auf einem Bauernhof in Österreich. Die chronologisch gegliederte Ausstellung stellt viele Bezüge zu Städten und Branchen Westfalens und des Ruhrgebiets her und verweist auch auf konkrete Beispiele der Zwangsarbeit im Großraum Dortmund. Vorträge, Exkursionen und andere Veranstaltungen vertiefen das Thema.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr, Einlass bis 17.30 Uhr
montags und am letzten Donnerstag im Monat geschlossen

Eintrittspreise:
Erwachsene 5,00 €
Ermäßigt 3,50 €
Gruppen ab 16 Personen 4,50 €/Pers.
Familien 10,00 €
Kinder und Jugendliche 2,00 €
LWL-MuseumsCard 50% Ermäßigung
Freier Eintritt am 21. April, 4. Mai, 20. Mai, 6. Juli, 7. September, 9. September 2012

Führungen:
nur Ausstellung: 1 Stunde, 40 € plus Eintritt
Kombi Ausstellung/Zeche Zollern: 1,5 Stunden, 40 € plus Eintritt
Programm für Schulklassen: 2 Stunden, 45 €
Jugendliche führen Jugendliche: Informationen auf Anfrage
Fremdsprachige Führungen (Englisch, Französisch, Polnisch): 12 € Aufpreis

Anfragen und Buchungen unter Telefon (0231) 69 61-211

Mythos Dresden – Vortrag am 9. Februar in der Steinwache

Ob bei den Gedenkfeierlichkeiten zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 oder zum 800. Stadtjubiläum 2006 – die Lügen über den „deutschen Mythos“ werden unermüdlich gepflegt und weiterverbreitet. Gunnar Schubert erzählt die deutsche Erfolgsstory des „Great Dresden swindle“. Er widerlegt erstmals systematisch die zahlreichen kursierenden Legenden, in denen sich die Deutschen zu Opfern der alliierten „Terrorangriffe“ machen, und stellt sie den Tatsachen gegenüber. Vor allem aber liefert er Erklärungen dafür, wie dieses letzte große Propagandastück Joseph Goebbels‘ sich über 60 Jahre halten konnte und warum es das Geschichtsbild der Deutschen über die Stadtgrenzen hinaus gerade heute wieder so maßgeblich prägt.

Donnerstag, 9. Februar 2012, 19 Uhr in der Steinwache
Dortmund, Steinstraße 50, Nähe Hauptbahnhof

Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Dortmund

Gunnar Schubert (*1966) veröffentlicht seit mehreren Jahren Texte zum Groß-Thema „Dresden“. Themen des Autors sind dabei auch die Architektur-Debatten in der sächsischen Hauptstadt sowie Dresden-Literatur, zum Beispiel der Wende-Roman „Der Turm“ von Uwe Tellkamp.

Frohes neues Jahr!

Wir wünschen unseren Mitgliedern und Freunden in allen Ländern ein frohes neues Jahr und für 2012 alles Gute!

Bonne année

С Новым годом

Gelukkig Nieuwjaar

Szczęśliwego nowego roku

Срећна нова година

Sretna nova godina

„Demokratie verwirklichen! Frieden schaffen!“ 30. Landeskonferenz antifaschistischer Organisationen am 28. Januar 2012 in Dortmund

„Aller Fortschritt ist das Ergebnis langer Kämpfe.
Wenn die junge Generation ohne Faschismus und Krieg leben will,
muss sie sich engagieren.“
(Lore Junge, Dortmund, 1923-2009) 


In einer wirklich demokratischen Gesellschaft setzen sich die Interessen der Mehrheit durch. Und zum Kernbestand jeder demokratischen Ordnung gehört der Schutz von Minderheiten.

Eine Gesellschaft, in der trotz gigantischer Wertschöpfung Löhne fallen, Renten sinken und soziale Leistungen gekürzt werden, ist keine gerechte demokratische Gesellschaft. Die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben muss gestoppt werden!

Die fortschreitende Militarisierung und die Beteiligung Deutschlands an den weltweit geführten Kriegen muss beendet werden. Von deutschem Boden soll niemals wieder Krieg ausgehen!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Die Neonazis wollen Menschen durch Terror einschüchtern und davon abhalten, sich für ihre Interessen einzusetzen.

Uns ist klar, dass der Neonazismus nur die sichtbare Spitze der Rechtsentwicklung in ganz Europa ist. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Gewährenlassen der Neonazis durch staatliche Instanzen, der Justiz und dem täglichen Rassismus, der Abschiebepraxis und der Ausweitung der Kriegseinsätze.

Die Neonazis stehen einer demokratischen Gesellschaft im Weg. Neonazis und rechte Ideologien haben zur Lösung von gesellschaftlichen Krisen sowie zur Beendigung von kriegerischen Auseinandersetzungen nichts, aber auch gar nichts beizutragen, außer der Option, dass es auch noch schlimmer geht. Denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

So darf es nicht bleiben!
Der überwältigende Teil aller gesellschaftlichen Organisationen und Parteien und große Teile der Bevölkerung lehnen neonazistische Parteien und Organisationen ab. Zehntausende Menschen wenden sich aktiv gegen deren Auftreten. Trotzdem können Neonazis in Nordrhein-Westfalen weiter ihren Hass gegen politische Gegnerinnen und Gegner, gegen Menschen anderer Hautfarbe, Nationalität oder Religion auf die Straße tragen.

Woche für Woche behindert die Polizei massiv den Widerstand gegen die Neonazis und beruft sich dabei auf vorläufige höchstrichterliche Entscheidungen in Einzelfällen. Die Gegnerinnen und Gegner der Nazis werden kriminalisiert und Menschen, die sich gegen deren Aufmärsche oder Kandidaturen wenden, sollen außerhalb der Verfassung gestellt werden.

Auch die neue Mehrheit im Landtag Nordrhein-Westfalens hat daran bisher nichts geändert. So kann und darf es nicht bleiben!

Demokratie verwirklichen! Frieden schaffen!
Wir erheben unsere Stimme gegen Rassismus, Antisemitismus, Neofaschismus und Krieg auf der Grundlage des Schwurs der Häftlinge von Buchenwald:

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Es gibt keine Patentrezepte, wie der Boden des Nazismus ausgetrocknet werden kann. Jedoch versuchen wir, durch unsere tägliche Arbeit vor Ort den Einfluss der extrem rechten Ideen zurückzudrängen und deren Träger in ihrer Wirkung einzuschränken.

Mit unserer Tagung und den gewählten Schwerpunkten wollen wir Forderungen entwickeln, Erfahrungen austauschen und die Basis gemeinsamen Handelns verbreitern.

Der Förderverein Steinwache / IRPK unterstützt die Konferenz.

„Auslieferung auf Verlangen“ – Lesung in der Steinwache

Donnerstag, 8. Dezember 2011, 19 Uhr, Steinwache

Claus Dieter Clausnitzer liest aus „Varian Fry: Auslieferung auf Verlangen“ 

Varian Fry, Organisator des Hilfskomitees in Marseille, berichtet in seinem 1945 erschienenen Erinnerungsbuch „Auslieferung auf Verlangen“ spannend und ganz nah an den Ereignissen von seiner legalen und illegalen Arbeit und den Fluchthilfeaktionen, die stets vor den Augen deutscher Spitzel, misstrauischer amerikanischer Konsulatsbeamter und französischer Vichy-Polizisten abgewickelt werden mussten. Er schildert den Aufbau der Organisation und die Rettung der Emigranten, schreibt über die Zusammenarbeit mit prominenten Helfern wie André Gide, mit den Kreisen der Unterwelt von Marseille, und erzählt vor allem von den von Hitler Verfolgten, von ihren Ängsten, ihrem entwürdigenden Anstehen vor den Polizeipräfekturen, ihrem Gefühl des Ausgeliefertseins, dem „staatlos im Nirgendwo“ (Walter Mehring). Claus Dieter Clausnitzer liest aus dem Erinnerungswerk die eindrücklichsten und packendsten Passagen.

Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Dortmund

Claus Dieter Clausnitzer (geb. 1939) absolvierte sein Schauspielstudium an der Neuen Münchner Schauspielschule. Seine Engagements und Gastspiele führten ihn an viele Spielorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Theater Dortmund ehrte den Schauspieler im Jahr 2007 mit dem Titel Kammerschauspieler. Zudem ist Clausnitzer regelmäßig als Vater des Kommissars Thiel (Axel Prahl) im WDR-Tatort Münster zu sehen.

Trauer um Celine van der Hoek-de Vries aus Amsterdam

Der  Förderverein Gedenkstätte Steinwache/Internationales Rombergpark-Komitee trauert um seine ehemalige Präsidentin und Ehrenmitglied des Fördervereins Celine van der Hoek-de Vries aus Amsterdam, die am 30. September 2011 im Alter von 91 Jahren verstorben ist.

Celine van der Hoek-de Vries wurde im Mai 1944 im Alter von 24 Jahren in Amsterdam von der Gestapo verhaftet und nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Im Gegensatz zu ihren Familienangehörigen, die von den Faschisten ermordet worden sind, überlebte sie Zwangsarbeit, Unterernährung, Hunger und menschenunwürdige Unterbringung im Vernichtungslager Auschwitz; 1945 wurde sie aus einem Nebenlager in der CSR von sowjetischen Soldaten befreit.

Frau de Vries engagierte sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für eine Welt, in der Auschwitz und die Bedingungen, die zu Auschwitz führten, nie wieder möglich werden dürfen. In unzähligen Städten und Schulen in den Niederlanden sowie in Deutschland erzählte sie von ihren Erfahrungen als Jüdin in Amsterdam, von den Verfolgungen und den Jahren, die sie im Konzentrationslager verbracht hat. Beim Auschwitz-Prozess im Jahre 1965 in Frankfurt sagte sie als Zeugin aus, obwohl man versucht hatte, sie daran zu hindern.

Als Zeitzeugin war sie aktiv im Internationalen Rombergpark-Komitee tätig, war mehrfach in Dortmund und hat auch als Vertreterin des Komitees an einem Karfreitag in der Dortmunder Bittermark gesprochen.

Der Förderverein wird seiner Freundin Celine ein ehrendes Gedenken bewahren.

Für die Bewahrung der demokratischen Rechte und Freiheiten in Europa

Erklärung der Fédération Internationale des Résistants (FIR) – Association Antifasciste

Mit Sorge beobachtet die FIR, die Dachorganisation der Verbände ehemaliger Widerstandskämpfer, Partisanen, Deportierter, Opfer des Nazismus und Antifaschisten heutiger Generationen, Entwicklungen in verschiedenen europäischen Ländern, die die Grundlagen von Demokratie und Freiheit der Menschen gefährden. Wir nennen dabei unter anderem

• die Bedrohung der Meinungsfreiheit in Ungarn,

• die Einschränkung von sozialen Rechten und der Rechte der Arbeiter und ihrer Organisationen in Griechenland, Portugal oder Spanien,

• drakonische und rassistische Verurteilungen von Jugendlichen in Großbritannien, denen vorgeworfen wird, an sozialen Auseinandersetzungen beteiligt gewesen zu sein,

• die Entwicklung einer fremdenfeindlichen Atmosphäre gegen Moslems und andere Minderheiten in den Niederlanden,

• die zeitweise Begrenzung der Reisefreiheit durch Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Dänemark,

• die massenhafte Bespitzelung antifaschistischer Menschen durch Telefonüberwachung und Vorratsdatenspeicherung in Deutschland,

• die Kriminalisierung der internationalen Solidaritätsbewegung durch die Verurteilung eines Antifaschisten in Dänemark,

• die Kriminalisierung und Verfolgung von Symbolen der kommunistischen und Arbeiterbewegung in Polen, Ungarn und Estland,

• die Versuche eines Verbots der legalen Kommunistischen Partei Böhmen und Mährens in der Tschechischen Republik, nachdem bereits zuvor die kommunistische Jugendorganisation illegalisiert wurde, und andere Maßnahmen.

Jede Maßnahme für sich stellt bereits eine Gefährdung der Freiheit in Europa dar. Die Summe dieser Einschränkungen und die damit verbundenen Angriffe gegen soziale und linken Bewegungen machen deutlich, dass hiermit Vorbereitungen getroffen werden, den Protest der Völker gegen die Abwälzung der Lasten der internationalen kapitalistischen Krise auf ihre Schultern zu illegalisieren. Ähnliche Maßnahmen wurden den Menschen in den 30er Jahren zugemutet und brachten den Faschismus nach Europa.

1945 formulierten die Nazigegner als Ziel die „Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit“. Dieses Ziel einte während des Kampfes Kommunisten, Sozialisten, Gewerkschafter, Christen, bürgerlich-liberale bis hin zu konservative Kräfte – also alle Antifaschisten.

In dieser politischen Breite verteidigen wir heute die Freiheiten und unsere demokratischen Rechte, für die sich die antifaschistischen Kräfte der Anti-Hitler-Koalition in ihrem heldenhaften Kampf eingesetzt haben. Damit bewahren wir das politische Vermächtnis des antifaschistischen Kampfes.

Oktober 2011

Buchvorstellung „Soldaten“

Sönke Neitzel 
Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben

Vortrag am Donnerstag, dem 29. September 2011, um 19 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Dortmund

Sönke Neitzel und Harald Welzer legen in ihrem Buch auf einer einzigartigen Quellengrundlage erstmals eine überzeugende Mentalitätsgeschichte des Krieges vor. Auf der Grundlage von 150.000 Seiten Abhörprotokolle deutscher Soldaten in britischer und amerikanischer Gefangenschaft wird das Wissen um die Mentalität der Soldaten auf eine völlig neue Basis gestellt. In eigens eingerichteten Lagern wurden Kriegsgefangene aller Waffengattungen und Ränge heimlich abgehört. Sie sprachen über militärische Geheimnisse, über ihre Sicht auf die Gegner, auf die Führung und auch auf die Judenvernichtung. Das Buch liefert eine Rekonstruktion der Kriegswahrnehmung von Soldaten in historischer Echtzeit – eine ungeheuer materialreiche Innenansicht des Zweiten Weltkriegs durch jene Soldaten, die große Teile Europas verwüsteten.

Prof. Dr. Sönke Neitzel, geboren 1968, lehrt Neuere und Neueste Geschichte in Mainz und Saarbrücken; Gastdozent und Lehrstuhlvertretungen an der University of Glasgow, in Karlsruhe und Bern, 2010 Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Bekanntgeworden ist Neitzel mit „Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942-1945“ (2005).

Eine Vortragsveranstaltung des Stadtarchivs in Zusammenarbeit mit dem Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.